In einem mit Spannung erwarteten Halbjahres-Wirtschaftsbericht an den Kongreß teilte Präsident Truman mit, die amerikanische Regierung sei bereit, die im Bundeshaushalt vorgesehenen Ausgaben zu überschreiten, um den Rückgang in der amerikanischen Wirtschaft im vergangenen halben Jahr aufzuhalten.

Der frühere Außenminister Byrnes erklärte: „Unsere vorderste Verteidigungslinie liegt nicht am Rhein. Sie wird von einer gesunden und stabilen Wirtschaft in den USA gebildet.“

Der außenpolitische Sachverständige der Republikaner, Foster Dulles, meinte, die Sowjetunion sei bereit, das augenblickliche Kräftegleichgewicht in Europa einstweilen zu akzeptieren. Etwaige Abkommen würden von den Sowjets respektiert werden, wenn die Einzelheiten genügend klär festgelegt seien. Foster Dulles sprach sich ebenso wie der einflußreiche republikanische Senator Taft, für eine Kürzung des Militärhilfsprogramms für Westeuropa aus.

Großbritannien hat im geheimen ein Abkommen mit der Sowjetunion getroffen, im kommenden Jahr annähernd eine Million t Getreide von Rußland zu kaufen, teilten laut AP offizielle Kreise in London mit.

Zweimal innerhalb der letzten Woche deutete der sowjetische Staatspräsident, Nikolai Schwernik, westlichen Diplomaten an, daß Handelsangebote der Westmächte in Moskau Gehör finden würden.

Der Londoner Spectator äußerte seine Unzufriedenheit über die ersten See- und Luftmanöver der Westunion. Sie seien „unwirklich“ gewesen und hätten in ein Zeitalter gehört, das vor dem der Düsenjäger und Atombomben läge.

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