Die Reparations- und Demontageforderungen an Japan wurden bereits 1948 von 990 Mill. Yen (Wert von 1939) auf 170 Mill. Yen ermäßigt, wobei nur 13 Mill. 8, hauptsächlich an Werkzeugmaschinen, tatsächlich an China geliefert wurden. Nachfolgend hoben die USA die Beschränkungen der Stahl- und Werkzeugmaschinen-Industrie auf, die Quoten der Leichtmetall- und Schiffbau-Industrie wurden erhöht, so daß der kürzlich erfolgte endgültige Stop der Reparationen und Demontagen nur die letzte vernünftige Konsequenz darstellt, um in Verbindung mit dem Fünf jahresplan die „atomisierte“ japanische Wirtschaft wieder lebensfähig zu machen.

Der im März 1948 angelaufene „Fünfjahresplan für Japan“ soll in Bergbau und Industrie eine dreifache Steigerung der Produktion erreichen, im Export eine Zunahme um das neunfache, im Import eine solche um das vierfache. Arbeitsleistung und Nationaleinkommen sollen verdoppelt werden. Trotz der Währungsreform vom März 1946 stieg der Geldumlauf von damals 16 Mrd. auf 225 Mrd. Yen (1948). Die Besatzungskosten betragen 35 v. H. des Haushaltes und gelten als Ursache der Inflation, deren sofortiges Abstoppen General McArthur dem Reichstag im Dezember 1948 befahl – aber verbunden mit einer Erhöhung der Löhne in den Verkehrsbetrieben und der Beamtengehälter um 20 v. H. Dagegen betrug die USA-Hilfe an Japan seit Kriegsende über 1,2 Mrd. für 1948 allein 470 Mill. $.

Die Kohlenproduktion erzielte 1943 den Rekord von 57 Mill. t und steht heute auf 28 Mill. t. Minen und Maschinen sind in sehr schlechtem Zustand. Der Kohlenabbau ist vielfach unrentabel; die Reserven sind gering. Die Stahlproduktion betrug 1943 etwa 9,4 Mill. t; 1945 war eine Kapazität von 7,5 Mill. t intakt. Die Quote betrug 1945 3,5 Mill. t Stahl und 2 Mill. t Eisen, wobei die Insel-Erzlager wahrscheinlich nur noch 30 Mill. t Eisen ergeben.

Die Erzeugung von Elektroenergie konnte gegenüber vor dem Kriege leicht gesteigert werden und ist bei Ausnützung der Wasserkraft noch steigerungsfähig. Die Monatsleistung liegt bei 2,5 Mrd. kW (1938: 2,4 Mrd.). – Die Zahl der Baumwollspindeln sank von 13 Mill. 1937 auf 2,6 Mill. 1947. Die zugelassene Quote ist auf 4 Mill. Spindeln festgelegt, die 1949 in Arbeit stehen sollen. Die Preiskontrolle der USA hat einen Stapel von 65 Mill. lbs. an Garnen und Geweben derzeit unverkäuflich werden lassen (gleich fünf Monatsproduktionen), so daß die Kapazität von monatlich 100 000 Ballen Baumwollgewebe auf 55 000 eingeschränkt und ein erheblicher Teil der Exportlager dem heimischen Verbrauch zugeführt wurde. Die Steigerung des japanischen Exports von Baumwollwaren von 1 Mill. Yards 1946 auf 400 Mill. 1947 rief in der übrigen Welt Bestürzung hervor, zumal die USA-Textilexporte 1948 um 50 v. H. fielen, diejenigen Lancashires nur um 3 v. H. gesteigert werden konnten. Doch bestehen die japanischen Exporte überwiegend aus Halbfabrikaten zur Weiterverarbeitung in den USA und England. Lancashire importierte 1948 bei 166 Mill. Yards insgesamt 160 Mill. Yards für 16 Mill. £ aus Japan zum Wiederexport, da die englischen Webereien den Bedarf nicht decken können. Infolge Überlastung der englischen Färbereien und Druckereien konnte Japan seine Fertigwaren direkt im Vorderen Orient und in den englischen Kolonien absetzen. Die Verstimmung Lancashires wurde besonders durch die japanische Belieferung Westafrikas hervorgerufen, wo die um 40 v. H. billigere japanische Ware bei kürzerer Lieferzeit den Vorrang erhielt. Der Sterling-Block erzielte jedoch beträchtliche Gewinne durch Rohstofflieferungen an Japan und durch Bezüge von Textil-Halbfabrikaten dorther. Die japanische Kunstseidenindustrie, 1936 die größte der Welt, ist durch den Krieg fast völlig zerstört worden. Ihre Monatsproduktion lag 1947 bei 3,5 Mill. lbs. (1937 über 50 Mill. lbs.) an Garn und Gewebe. Durch das Erdbeben 1948 wurde neuerdings ein Drittel der Seiden- und Kunstseidenwebereien zerstört. Die weitere Steigerung der japanischen Textilproduktion ist durch Mangel an Zellstoff, Chemikalien, Rohstoffen und besonders Sohle beeinträchtigt.

Für 1949 ist der Bau von 28 Frachtschiffen bis zu 5000 BRT und 15 Knoten mit insgesamt 60 000 BRT genehmigt. 43 Schiffe mit 160 000 BRT sind in Auftrag gegeben, davon 15 Auslandsbestellungen. Von Indien werden Aufträge über 150 000 BRT erwartet. Die japaiische Flotte verfügte 1946 über 1,3 Mill. t; 77 Schiffe mit 132 000 BRT wurden von insgesamt 317 000 BRT bisher geborgenem Schiffsraums wieder in Dienst gestellt. Von 53 Werften dürfen 12 arbeiten mit einer Kapazität von 400 000 BRT. Für das japanische Schiffsbauprogramm, dessen Ziel eine Flotte von 4 Mill. BRT ist, haben die USA Eisenerzlager von 4 Mill. t auf der Insel Texada im Küstengebiet von Vancouver (Kanada) zur Verfügung geteilt, deren Entschließung allerdings problematisch ist.

Eine Reihe von USA-Industrie-Filialen im Werte von 25 Mill. $ wurde im Frühjahr 1948 wieder freigegeben (USA-Kapital in Japan 1939: 68 Mill. $) und so ist die privatwirtschaftliche Zusammenarbeit gefördert. Die Patentgesetzgebung war in Kraft geblieben. Aus dem Goldschatz der Zentralbank wurde ein Außenhandelsfonds im Werte von 150 Mill. $ geschaffen und diesem ein USA-Kredit von 150 Mill. $ hinzugefügt. Die japanische Industrie konnte bis in die jüngste Zeit von Rohstofflagern zehren, die im Kriege aufgestapelt werden waren. Der Export nach den USA umfaßt leute 31 v. H., die Einfuhr aus den USA 68 v. H. Nach Ostasien gingen 32 v. H. des japanischen Exports. 1948 betrug die Ausfuhr nach Ländern des Sterling-Blocks 67 Mill. £. Rund die Hüfte der Einfuhr besteht aus Nahrungsmitteln, 16 v.H. aus Rohöl, 10 bis 15 v. H. aus Textilrohstoffen. Die Ausfuhr hat, in Dollar gerechnet, bereits 1947 fast ein Drittel der Vorkriegsziffern (damals 900 Mill. $) wieder erreicht; der Import machte 420 Mill. $ aus (gegen 700 Mill.).

Die Erhöhung des japanischen Exports ist fragwürdig. Eine Mission südamerikanischer Importeure erklärte dazu: „Die japanischen Exportwaren (Elektro-Artikel, chemische Produkte, Seiden- und Textilwaren) liegen um 20 bis 40 v. H. höher im Preis als die gleichen Waren der USA, Englands, Frankreichs und Italiens, wobei die Qualität teilweise bedeutend schlechter ist. Solange die Preiskontrolle japanischer Waren durch die USA nach willkürlichem Ermessen ausgeführt wird, ist die Zeit für die billige japanische Ware vorbei.“ Eine Modifizierung der Dollar-Klausel wurde 1948 mit dem Sterling-Block durch ein Abkommen erreicht, wonach 50 v. H. des Handels in Dollar, 50 v. H. auf Tauschbasis abgeschlossen wird.