In diesem Sommer sind die Westzonen Deutschlands wieder für den Reiseverkehr aus dem Ausland freigegeben worden: Touristen – besonders aus den USA, aus England, Holland und Belgien – können wieder bis zu 60 Tagen in deutschen Bädern Kuren durchführen. Sie sind nicht mehr auf lizenzierte Hotels angewiesen, die Umrechnung ihrer Währungen auf Dollarbasis soll erleichtert werden, ja, sie dürfen sogar 40 D-Mark in Noten mitbringen, eine Summe, mit der allein man freilich heute in Westdeutschlands Kurorten nicht weit kommen dürfte.

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Die Durchführung der Oberammergauer Passionsspiele ist für 1950 gesichert. – Nachdem vor zwei Jahren die Entnazifizierung das "Ensemble" beinahe ruiniert hatte (nur der Darsteller des Judas entpuppte sich damals als "nicht belastet"), traten nach der Währungsreform Geldschwierigkeiten auf. Sie wurden jetzt durch einen Kredit behoben.

"Frisia XV." heißt das neue Motorschiff, das in diesem Monat in den Seebäderdienst von Norddeich nach Norderney und Juist eingereiht worden ist. Fertiggebaut hatte man die "Frisia" schon 1945; aber in den Dienst gestellt werden durfte sie noch nicht: sie zählte nämlich 35 Meter Länge, und das waren 1,50 Meter mehr, als der Kontrollrat erlaubte.

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Auch wenn der Mond nicht scheint, veranstaltet das Städtische Verkehrsamt Lindau in diesem Sommer allabendlich "Mondscheinfahrten auf dem Bodensee". Die Rundfahrten führen zur Bregenzer Bucht und in die Nähe des Schweizer Ufers.

In Unkel am Rhein wurde die "Rheinterrasse" wieder eröffnet. Die "Rheinterrasse" ist bekannt durch ihre gute Weinstube, den bezaubernden Blick auf das Siebengebirge und – die "literarhistorisch" wichtige Begegnung Ferdinand Freiligraths mit seiner späteren Lebensgefährtin Ida Melos, von der eine Gedenktafel am Eingang des-Hotels Kunde gibt.