Wer einen grünlichen Regenmantel trägt mit einknöpfbarem Futter, der weiß Bescheid: Steg-Ware. – Steg-Waren sind Sachen, die, ursprünglich für die Ausrüstung amerikanischer Truppen bestimmt, auf Grund zweier Verträge über die Übernahme amerikanischer Heeresgüter für Deutsche zur Verfügung gestellt wurden. Bald war das Steg-Geschäft dem Umgang mit einer Wundertüte vergleichbar. Grünliche Regenmäntel fielen heraus. Und olivenfarbene Socken. Und blaue Morgenröcke. Dies und ähnliches waren, wie ein Bericht der Verwaltung für Wirtschaft mitteilte, die leicht absetzbaren Güter, die nun im wesentlichen verkauft sind. Zugleich erfährt man aber bei dieser Gelegenheit, daß die Steg-Belastung nur zu fünfzig Prozent gedeckt sei. Denn die Wundertüte ist noch nicht leer, auf ihrem Boden liegen noch schwerere Steg-Waren als da sind ... Stop! Man traut seinen Augen kaum. Nun, damit wir nicht umfallen, halten wir uns an den Bericht: Als das schwierigste und voraussichtlich verlustreichste Geschäft wird dort die Verwertung der übernommenen Kraftfahrzeuge bezeichnet, darunter – 2900 Panzerwagen, Panzerspähwagen und ähnliche Militärfahrzeuge, die nach Worten des Berichts "für deutsche Zwecke unverwendbar" sind. – Panzer "verlustreich" ... ja, das wissen wir aus eigener Erfahrung; Spähwagen – ein schwieriges Geschäft", wahrhaftig! Die amerikanischen Politiker versprachen doch, uns solche Waren zukünftig vom Leibe zu halten. Und die Geschäftsleute haben sie uns doch geboten. Dachten sie an die Herren v. Ostau, Remer und deren Streitgefährten? Mag sein, daß diese Herren es ablehnen, einen grünlichen Sieg-Mantel mit einknöpfbarem Futter zu tragen. Vielleicht ein olivengrünes Militärfahrzeug mit einknöpfbarem Steg-Panzer gefällig? Zur Politik der Stehkragen der passende Steg-Wagen! M.