Der Autor dieser englischen Komödie ist besonders aktuell: Er macht ein Glücksspiel von internationaler Verbreitung, den Fußball-Toto, zum Motor der Handlung. Es könnte natürlich ebensogut das Große Los sein, das die Mitglieder einer typischen Familie des englischen Mittelstandes mit der Aussicht auf den Hauptgewinn so durcheinanderbringt, daß sich ihre geheimen Herzkammern öffnen und die vom Mangel bisher wohlbehütete Ordnung des Lebens gründlich zerstört zu werden droht. Diese psychologische Komponente reicht jedoch nicht für drei Lustspielakte aus. Der Lustspieldichter fügt Momente der Situationskomik ein und versucht Spannung zu erzeugen, indem er den Gewinn als Irrtum und den Irrtum abermals als Irrtum im Kreise herumtreibt, Die Gesellschaftskomödie mündet in den Schwank.

Das fühlte wohl auch der regieführende Intendant des Wuppertaler Theaters, Erich-Alexander Winds, so daß er sich nicht allein auf den Konversationston einiger seiner Schauspieler verließ (Karl-Maria Schley, Dieter Stürmer, Xenia Schüller a. G.), sondern die schwankhaften Effekte in der Aufführung verstärkte. Dabei bewahrte wenigstens Arno Wüstenhöfer mit seiner Studie eines Stotterers wohltuende Diskretion. Bemerkenswert sicher in die Raumbühne des Neuen Theaters einkomponiert war das Bühnenbild von Hanna Jordan. Der Publikumserfolg dieser deutschen Erstaufführung nahm sommerliche Hitzegrade an. Johannes Jacobi