N., Wien, im Juli

Am 6. Juli wurde als erste Anleihe der zweiten österreichischen Republik eine Aufbauanleihe aufgelegt, deren Zinsfuß 5 v. H. beträgt. Die Rückzahlung erfolgt innerhalb 25 Jahren durch Verlosung oder freiwilligen Rückkauf. Die Anleihe ist durch zehn Jahre konversionsfrei und kann erst ab 1. Dezember 1959 gekündigt weiden. Ihre erste planmäßige Tilgung ist für den 1. Dezember 1950 vorgesehen. Der Begebungskurs beträgt bei Barzeichnung und Einzahlung des gesamten Betrages bis 31. Juli 1949 90 v. H, bei späterer Zeichnung oder Zahlung in Raten 92 v. H. und bei Einbringung von Reichsanleihe 1938 100 v. H. Die Einbringung von Reichsanleihe erfolgt in der Weise, daß für je 200 Schilling Aufbauanleihe 100 RM Reichsanleihe, die mit 50 Schilling in Zahlung genommen werden, zu liefern und die restlichen 150 Schilling bar zu zahlen sind.

Die Zulassung der in Österreich befindlichen Stücke der Reichsanleihe erfolgt mit Rücksicht darauf, daß diese Anleihe ausschließlich durch Umwandlung früherer österreichischer Anleihen entstanden ist und das Vertrauen in die Erfüllung eingegangener Verpflichtungen des Staates wiederhergestellt werden soll. Die Aufbauanleihe, die außerdem nach dem Muster der letzten französischen Anleihe mit einer ganzen Anzahl abgabenrechtlicher Vorteile und einer Steueramnestie verbunden ist, bietet also bei einem Begebungskurs von 90 oder 92 eine effektive Verzinsung von mehr als 5,5 v. H. und, da die Rückzahlung zu 100 v. H. erfolgt, einen Kapitalzuwachs von 10 bzw. 8 v. H.