Im Wirtschaftsjahr 1948/49 wurden in der Weit mehr Nahrungsmittel produziert und verbraucht als im Jahr zuvor, meldet der letzte Bericht der FAO. Die Welt-Getreideexporte des Vorjahres waren die größten seit 1930, die Zuckerproduktion hat ihren Vorkriegsstand überschritten. Die Erzeugung von Ölen und Fetten liegt nur noch 5 v. H. unter dem Vorkriegsstand und die Fleischproduktion 8 v. H. Nur die Reiserzeugung. war noch um 3 Mill. t geringer als im letzten Kriegsjahr.

Es läßt sich also sagen, daß die Weltproduktion an Nahrungsmitteln etwa so groß ist wie vor dem Krieg. Da aber die Weltbevölkerung zugenommen hat, ist der durchschnittliche Bedarf gewachsen. Erschwert wird die Lage dadurch, daß die wesentlichste Erhöhung im Lebensmittelverbrauch in den Ländern eingetreten ist, deren Lebensstandard auch vor dem Krieg schon hoch war, so daß die Differenz zwischen ihrer Verbrauchshöhe und der der anderen Länder noch größer geworden ist. Ebenso ist es bedenklich, daß die meisten Weichwährungsländer, deren Hauptexportgebiete andere Länder weicher Währung sind, weitere Lebensmittelimporte aus Hartwährungsländern nötig haben. Obschon sie also bemüht sind, ihre Importe aus den Produktionsländern harter Währungen durch Senkung des allgemeinen Verbrauchsstandards und Erhöhung der Eigenproduktion zu vermehren, wodurch für das Gleichgewicht in der Weltwirtschaft eine neue Schwierigkeit entsteht, ist zu befürchten, daß sie, wenn ihre Exporte in die Dollargebiete nicht steigen, in die Lage kommen werden, ihre Nahrungsmittelimporte nicht bezahlen zu, können.

Besonders sehen die amerikanischen Farmer mit Besorgnis der Zukunft des USA-Lebensmittelexportes entgegen, der heute noch von der ECE gefördert wird, aber die Gefahr zeigt, daß am Ende der Hilfsperiode in Nordamerika unabsetzbare Überschüsse an landwirtschaftlichen Gütern entstehen. Der Bericht betont, daß der Verbrauch an Lebensmitteln in Westdeutschland und Italien noch weit unter Vorkriegshöhe liegt. Die Schwierigkeit für Weichwährungsländer, ihre nötigen Importe aus Ländern harter Währung zu finanzieren, dürfte in Zukunft für beide Ländergruppen weitere Probleme aufwerten, R. K. N.