Um das mit sehr viel Schwung gestartete "Jedermann-Programm" ist es seit langem still geworden. Heute muß man sich eingestehen, daß die Aktion fehlgeschlagen ist, obwohl sie von den besten Absichten geleitet war. Ein besonderes Lied von diesem Fehlschlag können die Schuhindustrie, der Schuhgroß- und der -kleinhandel singen. Sie waren es schließlich, die im "Jedermann-Programm" an vorderster Stelle standen, und sie sind es nun, die über nicht absetzbare Lager, gefüllt mit "Jedermann-Ware", verfügen. Bald hatte sich nämlich gezeigt, daß der deutsche Verbraucher nicht unbedingt haltbare und einfache Schuhe kauft. Er zieht ihnen vielmehr haltbare und trotzdem modische Schuhe vor.

Es ist kaum glaubhaft, daß man aus diesen recht eindeutigen Erfahrungen an zuständiger Stelle nicht die erforderlichen Folgerungen gezogen hat. Leider ist es aber so. Anscheinend hat es sich noch nicht bis nach Höchst herumgesprochen, daß das "Jedermann – Programm" längst beerdigt ist. Sonst würde man dort wohl nicht – mit pedantischer Bürokratie – an dem Plan festhalten, noch den Fachverband Schneidwarenindustrie zu verführen, nun auch Bestecke im Rahmen des seit langem in der Versenkung verschwundenen "Jedermann-Programms" herauszubringen.

Von der Überflüssigkeit einer derartigen Planung kann man sich in jedem Fachgeschäft überzeugen, das Bestecke führt. Seit langem steht es schließlich fest, daß die Nachfrage voll befriedigt werden kann und die Preise für Bestecke wirklich keine Einbeziehung in das "Jedermann-Programm" erforderlich machen. Sie liegen übrigens schon lange nicht unwesentlich niedriger als die Preise, die die VfW für ihre mit "Spätzündung" versehene "Jedermann-Besteck-Planung" festgelegt hat. ww.