AIfred Loritz hat seine skandalösen Abenteuer durch einen unerwarteten Erfolg gekrönt. Die ganze bayrische Staatsmaschinerie steht seinetwegen still. Die Besatzungsmacht hat auf Ersuchen seines Anwalts in das gegen ihn schwebende Gerichtsverfahren eingegriffen. Daraufhin ist der bayerische Justizminister zurückgetreten, der Landtag hat aus Protest seine Tagungen unterbrochen, und der Senat hat sich diesem Vorgehen angeschlossen.

Mr. Bolds von der US-Militärregierung für Bayern, der das Verfahren gegen Loritz wegen "rechtsirrtümlicher Anwendung von Verfahrensvorschriften" suspendiert hat, macht sich anscheinend das Argument des Verteidigers zu eigen, Loritz solle durch den Prozeß in seinem Wahlkampf behindert werden, Mr. Bolds wünscht wohl Herrn Loritz als Abgeordneten zu sehen. Warum eigentlich? Das gerade wollen wir ja vermeiden, daß ein krankhafter Fanatiker die Justizverwaltung mit ungeheuerlichen Verleumdungen überhäufen und sich dann nach den Wahlen ungestraft in die Immunität retten kann. Außerdem wird er mit der Tatsache, daß er nicht sofort zur Rechenschaft gezogen wird, noch Falschmünzerei in seinem Wahlkampf treiben. Nein, wir müssen verlangen, daß der Fall Loritz sofort verhandelt wird, damit die Zehntausende deutscher Staatsbürger, deren Suchen nach Sauberkeit und Stabilität er schon immer mit diabolischer Demagogie mißleitet und mißbraucht hat, eindeutig wissen, mit wem sie es zu tun haben.

Der blonde Hitler ist inzwischen von seinen Mitarbeitern in der WAV als Vorsitzender abgesetzt worden. Gelingt es ihm trotzdem, sich im politischen Leben zu halten – mit oder ohne Assistenz von Mr. Bolds –, dann möchten wir aber wenigstens bitten, daß die Bayern dieses Mal das Objekt ihrer seltsamen Vorliebe für schizophrene Elemente bei sich behalten. C. D.