Da fuhren in voriger Woche 53 Dänen auf einem "Wikingschiff" nach England, wo sie den Tag priesen, da Anno 449 ihre Vorfahren Hengist und Horsa an Albions Küste ebenfalls.. Darauf kann man wohl nur berlinisch reagieren: "Wat denn? Und die Pankgrafen?" Nämlich die "Pankgrafen" bildeten in Berlin so einen Verein: zogen sich mittelalterlich an und rückten allsommerlich aus, eine Stadt zu erobern, und kamen unbeschädigt stets dort an, wo sie hin wollten. Unbeschädigt! Dies muß hervorgehoben werden angesichts der Tatsache, daß die Wiking-Meldungen besagten, die 53 Seefahrer hätten sich die Hosenböden auf ihrer Heldenfahrt durchgescheuert. Und dies auf der Erinnerungsfahrt daran, daß vor 1500 Jahren die Helden Hengist und Horsa ebenfalls ... Der Fall hat nicht nur seine pankgräfliche, er hat auch seine wissenschaftliche Seite: Hatten die Wikinger einst ebenfalls durchgescheuerte Hosenböden? Von den Nachgefahrenen wird berichtet, daß sie nicht nur ihr Schiff bei Lloyd registrieren ließen (wie wikinghaft!), sondern auch, daß sie wegen der durchgeruderten Hosenböden . nicht gleich zu landen wagten und sich von der britischen Marine Trainingsanzüge ausborgen mußten. Hach! Da hättet ihr mal die alten Wikinger, die echten, erlebt haben sollen! Denen ist es vor 1500 Jahren bestimmt nicht darauf angekommen: sie sprangen an Land und schwangen das blanke Schwert und vielleicht auch – worauf die moderne Nachkonstruktion ihrer Invasion schließen läßt – nicht nur das blanke Schwert. Gewiß, man darf, wenn man die Vorfahren preist, eins nicht vergessen Als sie landeten, gab es in England noch keine Engländerinnen, das heißt: es gab das vernichtende Wort "shocking" noch nicht. Durchgescheuert oder nicht – sie hatten’s gut; sie konnten landen. Ist es nicht drollig, daß die Leute, wenn Frieden ist, so gern ein Stück Krieg spielen? Mir