„Warum verhöhnen Sie mich“, sagte ich. „Sie wissen ganz genau, daß hier im Keller nicht gestreichelt wird.“ „Nein, nein“, erwiderte Kasjukoff, „sage, hast du wirklich Hiebe erhalten?“

„Warum fragen Sie mich?“ sagte ich nun. „Selbstverständlich hat er mich genau so gefoltert, wie Sie es getan haben.“

„Du bist geschlagen worden? Du lügst, verfluchter Hund! In der Sowjetunion ist die Prügelstrafe abgeschafft, du verdammter Kerl!“ Und beide stürzten sich von neuem auf mich.

Das war die schlimmste Nacht meines Aufenthaltes im Gefängnis. Fünf weitere NKWD-Soldaten betraten den Raum. Diese waren offenbar arbeitslos, denn die meisten Insassen des Gefängnisses der Verhaftungswelle, in die auch ich hereingeraten war, hatten bereits ihr vorschriftsmäßiges Geständnis abgelegt. – Ich war vollkommen zermürbt.

„Seht, wie er Foxtrott tanzt!“ höhnten meine Peiniger, denn das Zittern am ganzen Körper hatte sich zu einem krampfartigen Zustand gesteigert. Ich war so weit.

„Quält mich, bitte, bitte, nicht mehr“, flüsterte ich. „Bitte, was wollt ihr von mir? Ich will ja alles unterschreiben! Gebt mir doch, bitte, endlich Ruhe!“

Ich unterschrieb ein Protokoll, in dem ich bestätigte. Mitglied einer Spionageorganisation hei der bulgarischen Sektion des Komintern gewesen zu sein.