Es erscheint durchaus verständlich, daß in der Zeit der „westdeutschen Messeinflation“ auch das Handwerk nicht zurückstehen möchte. Ebenso verständlich muß es aber sein, daß man an zuständiger Stelle den Plan einer Handwerksmesse in München zunächst mit gemischten Gefühlen betrachtete. Da nun diese Messe nach einer Dauer von siebzehn Tagen und bei einem Besuch von 365 000 Personen abgeschlossen ist, muß zugegeben werden, daß die Handwerksmesse München ein großer Erfolg und sogar eine Notwendigkeit war, Sie stand unter dem Protektorat des bayrischen Ministerpräsidenten Dr. Hans Ehard und stellte nicht nur eine Leistungsschau dar, sondern war eine Verkaufsmesse vom und für das Handwerk, bei der zahlreiche Einzelkäufe besonders charakteristisch waren.

Auch in München mußte man die Erfahrung machen, daß Erzeugnisse des Kunsthandwerks heute kaum gefragt werden. Das Ausland interessierte sich vor allem für Musikinstrumente, Schweißapparate, Fliesen, Holzbearbeitungsmaschinen, Mühleneinrichtungen, Fahrzeuge, elektrische Artikel und Textilien. Den Schlager der Handwerksmesse stellte eine Kindernähmaschine dar. Der Gesamtumsatz belief sich auf 12,8 Mill. DM. Davon entfällt ein Betrag von 936 100 $ auf Exportgeschäfte nach Brasilien, den USA, Kanada, Uruguay, Argentinien, Australien, Südafrikanische Union, Pakistan, Irak, Israel, Großbritannien, Spanien, Frankreich, Italien, Belgien, Holland, Griechenland und die Schweiz. ww.