Es gibt drei Lesarten für die Abkürzung GARIOA: Government and Relief in Occupied Areas – Government Appropriation and Relief for Import in Occupied Areas – Government Appropriation for Relief in Occupied Areas. Wie dem auch sei, als Seuchen- oder Programm-A-Einfuhren, über deren politische Hintergründe man verschiedener Ansicht sein kann und man in Deutschland (nicht sehr taktvoll) offen negative Worte gebraucht hat, haben die GARIOA-Fonds in den Zeiten der Hungersnot gute Dienste getan. Und noch immer besteht dieser Fonds des US-War Department, an dem Großbritannien seinen (stets geringer werdenden) Anteil hatte. Nun werden die Seuchen-Dollars unter Eingliederung in den Marshall-Plan dem Hochkommissar McCloy zur Verfügung stehen, also in der vom Washingtoner Kongreß festgelegten Höhe zum deutschen Teil des ERP hinzugeschlagen.

Wie technisch der Übergang aussehen mag, ist noch nicht bekannt. Wirtschaftlich ist aber bereits jetzt zu sagen, daß mit dieser organisatorischen Umstellung die Amerikaner sich vom In-Gütern-Denken entfernen und sich dem In-Werten-Denken annähern. Die Preise werden mehr und mehr wieder in ihre Funktion als Wertmesser eingesetzt. Bedeutete GARIOA praktisch die Übernahme von einer bestimmten Menge Weizen oder Mais, so bedeutet ERP in seiner erweiterten Form Übernahme einer bestimmten Summe Dollars zum bestmöglichen Einkauf dessen, was wichtig ist. GARIOA wird also „kommerzialisiert“. W-n.