Man könnte an der Vernunft der Menschen und dem, was sie Politik nennen, wirklich verzweifeln! Wenn man die Wahlreden der deutschen Parteiführer hört, muß man eigentlich feststellen, daß ihnen mit Recht jede Einflußnahme auf die Außenpolitik entzogen worden ist, und daß sie im Grunde nicht einmal in der Lage sind, die brennendsten Probleme der deutschen Innenpolitik zu sehen. Mindestens sprechen sie fast nie von ihnen. Aber freilich ist es auch wesentlich einfacher, Kundenfang mit billigen Hetzreden gegen die Besatzungsmacht zu betreiben. Wenn man allerdings dann im Leitartikel der „Times“ liest, daß der deutsche Nationalismus, der sich am Demontageproblem über Gebühr entzünde, nur bekämpft werden könne, indem man den eingeschlagenen Weg unnachgiebig und mit aller Konsequenz verfolge, um nicht an Autorität zu verlieren, dann wird es deutlich, daß Instinktlosigkeit keine rein deutsche Mangelerscheinung ist.

In diese Situation fällt die Nachricht von dem Antrag des amerikanischen Senats auf Unterbindung aller weiteren Zerstörungen und Demontagen wirklich wie ein Lichtstrahl. Und die Tatsache, daß die Einstimmigkeit, mit der der Senat das Washingtoner Agreement verwarf, dem persönlichen Bericht des neuen amerikanischen Hohen Kommissars McCloy zu danken ist, beweist, daß es noch Politiker mit common sense und darum immer noch Hoffnung gibt. D