André Roussins Pariser Tanzkomödie will ein Aufruf sein, das Leben zu entlasten, es aufzulockern, seine Schwere und seine Schwierigkeiten spielerisch abzufangen. „Am-Stram-Gram“ ist eine Art Beschwörungsformel dafür. Aber dieser Aufruf amüsiert wohl eine Weile, verpufft jedoch, weil es ihm – aus Mangel an Substanz – nicht gelingt, künstlerisch zu überzeugen. Die Sache bleibt schließlich ein surrealistischer Budenzauber, eine permanente Blödelei, die man eine halbe Stunde lang ganz witzig findet, um dann der Melancholie zu verfallen. Man? Nun, es ging, wie es noch immer geht, wenn gerade kein Grund zu offenbarem Ärgernis gegeben ist! ^Publikum Applaus“, wie Ringelnatz sagt.

Was übrigbleibt? Ein Abend „entfesseltes Theater“ (wie wir desgleichen schon vor 25 Jahren viel besser vom Moskauer Kammertheater Tairoffs mit „Giroflé – Giroflà“ gesehen haben). Immerhin ist solches auch im Deutschen Schauspielhaus (Theater Haus der Jugend) unter Günter Heß’ Regie recht wohlgelungen. Der Spielleiter selbst war auch der wendigste Darsteller als Julius, der den Freund Dominikus (Alf Pankarter) von unbegründeter Eifersucht heilt. Neben ihm figurierten mit Lacherfolgen Otto Reimer (Emil), Adalbert Palent (Perlu), Edmund Saugen (Radfahrer), als weibliche Gegenspieler mit verschwenderischem Einsatz tänzerischer und gymnastischer Pin-up-Girl-Reize die einstigen Tanzstars der Charlottenburger „Reichsoper* Margot und Hedi Höpfner. Eine teils pikante, teils kesse Musik zu dem Jux hat Hans Martin Majewski geschrieben. A-th.