II. Abtransport ins Konzentrationslager – Vom General-Ingenieur zum Zwangsarbeiter

Von Iwan N. Minischki

Während der Sowjetvertreter im Genfer Sozialrat der UNO fortfährt, den englischen Beschuldigungen gegenüber zu behaupten, daß es Zwangsarbeit in der Sowjetunion nicht gebe, sondern daß der sowjetische Strafvollzug in den „Besserungslagern“ der humanste der Welt sei, schildert Iwan N. Minischki, den die Säuberung der Jahre 1937/38 von einer der höchsten. Positionen der sowjetischen Militär- und Wirtschaftsbürokratie bis in den Keller des Lubjanka-Gefängnisses gstürzt hatte, den Fortgang seines Leidensweges nach seinem „Geständnis“. Er führte in eines der riesigen Arbeitslager am Polarkreis, deren Existenz der Genfer Sowjetdelegierte erst in diesen Tagen wieder mit verlogener Entrüstung offiziell dementiert hat.

Mit den gleichen Mitteln, jedoch in Variationen, zwangen die NKWD-Beamten ungezählte Leute zur Selbstbezichtigung und zu Geständnissen phantastischer Art.

„Waren Sie in der chinesischen Gesandtschaft?“ fragte der NKWD-Mann den Chinesen, der bei uns in der Zelle saß. Er war Arbeiter in einer Moskauer Wäscherei.

„Jawohl“, sagte der Chinese Seresha, „ich mußte mein Visum verlängern.“

Der Unteruchungsrichter schrieb ins Protokoll: