„Gab dem chinesischen Gesandten Spionagenachrichten.“

„Erlauben Sie mal“, widersprach Seresha. „ich habe den chinesischen Gesandten nie gesehen, ich sprach bloß mit einem dort arbeitenden Russen. Das war so ein Sekretär.“

Ohne lange nachzudenken ergänzte der Untersuchungsrichter im Protokoll: „Außerdem versorgte der Angeklagte auch den Sekretär mit Informationen.“ Seresha konnte nicht schreiben und weigerte sich, seinen Daumenabdruck auf das Protokoll zu setzen. Zwei, drei Schläge ins Gesicht, dann erschienen einige NKWD-Soldaten, und der Daumen des Chinesen wurde mit Gewalt als Ersatz für die Unterschrift auf das Protokoll gedrückt.

„Herr Hitler Mussolini“

Bei uns in der Zelle saß auch ein Perser. Er hieß Aschim und handelte mit Lumpen. Man beschuldigte ihn, vor seinen Käufern Hitler und Mussolini gelobt zu haben. Nach einigen Hieben auf den Kopf gab er diese „Sünde“ zu. Aschim war ein einfacher, außerordentlich gutmütiger und naiver Mensch. „Sehen Sie, wie leicht ich davongekommen bin“, prahlte er. „Zwei Schläge in die Fresse, und alles war wunschgemäß erledigt. Was geht mich Herr Hitler Mussolini an. Niemals habe ich früher von dem Herrn etwas gehört, und ich lasse mir für diesen Kerl nicht das Fell über die Ohren ziehen. Wenn die NKWD es für richtig hält, daß ich Hitler Mussolini gelobt habe, – bitte sehr, dann habe ich ihn eben gelobt.“

Wir machten den Perser darauf aufmerksam, daß Hitler und Mussolini zwei verschiedene Personen sind.

„Ob das eine, zwei oder drei Personen sind, ist mir vollkommen gleich, jedenfalls ziehe ich es vor, in ein Konzentrationslager zu gehen, als hier wie der Genosse Turok zum Krüppel geschlagen zu werden.“