Dem klassischen Satz "mens sana in corpore sano" haben in Hamburg Sportler aller Sparten eine neue Deutung gegeben. Sie führten unter dem Motto "Sport hilft der Kunst" eine Wohltätigkeitsveranstaltung für notleidende Künstler durch. Der materielle Reingewinn der Veranstaltung soll dazu benutzt werden, um talentierten Künstlern eine gute Ausbildung zu ermöglichen. Körperliche Gewandtheit und Kraft setzten sich ein für den Geist, den der echte Künstler vielleicht am stärksten und zugleich sehr sublimiert vertritt. Auf dem Sportplatz am Rothenbach – der Hamburger Sportverein hatte ihn. kostenlos zur Verfügung gestellt, wurde ein Abend lang Fußball und Handball gespielt, Leichtathletik getrieben und geboxt. Die böse Dualität zwischen Fußballplatz und Theater, zwischen Boxarena und Kunstausstellung – hier drängende Fülle, dort gähnende Leere, an der freilich Künstler und Kunstliebende genau so schuld sind wie Sportler und Sportenthusiasten – wurde für einen Abend vergessen. Die Beteiligten sind sich einig in dem Bemühen, das antike Vorbild wiederzuerwecken und zu erreichen, daß Kunst und Sport wieder in enger Wechselbeziehung zueinander stehen. Es fehlt nicht an Beispielen in der bildenden Kunst, welche Bedeutung die Künstler von heute der neuen großen Epoche des Sports in den letzten Jahrzehnten – wie die Bildhauer im klassischen Griechenland – in ihren Werken beimessen, interpretiert als Bejahung des Lebens. Die Sportler von Hamburg nun haben einen Schritt getan, um ihrerseits ihre Verbundenheit mit der Kunst zu beweisen. P. H.