In Röhndorf, dem Wohnsitz Dr. Adenauers, fanden Besprechungen führender Persönlichkeiten der CDU und der CSU über die Regierungsbildung statt. Es gilt als selbstverständlich, daß Dr. Adenauer Bundeskanzler werden und Prof. Erhard das Wirtschaftsministerium übernehmen soll.

Prof. Erhard erklärte zur Frage der Regierungsbildung, daß eine Koalition mit der SPD nur dann möglich, sei, wenn diese seine Wirtschaftspolitik mitmache.

Der französische Außenminister Robert Schuman traf zu einem Deutschlandbesuch in Freiburg ein. Er wurde vom zukünftigen französischen Hohen Kommissar François-Poncet begrüßt.

Auf seiner Inspektionsreise durch Europa erklärte der ERP-Administrator Hoffman zum Demontageproblem, es solle seiner Meinung nach endlich begraben werden. Es wäre immerhin ein großer Erfolg, daß 159 Industrieanlagen von der Demontage freigestellt worden seien.

"Es bleibt uns nichts anderes übrig, als starke Hoffnung auf die Amerikaner zu setzen", erklärte der Vorsitzende des deutschen Gewerkschaftsbundes in der britischen Zone, Dr. Hans Böckler, zur Demontagefrage.

Der SED-Vorsitzende, Wilhelm Pieck, sagte in einem Interview, daß der Zeitpunkt der Regierungsbildung in der Sowjetzone allein durch die künftige Entwicklung in Westdeutschland bestimmt werde.

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