Mir war sofort klar: ich sollte nach Wandysch versetzt werden, und zwar selbstverständlich nicht als Feldscher, sondern als Chemiker... Beim Direktor der Fabrik, der ich zugeteilt war, versuchte ich meine Versetzung rückgängig zu machen ...

Die Hoffnung war zwar gering, aber ich wollte nichts unversucht lassen.

"Wer nimmt sich das Recht heraus, dich ohne meine Genehmigung von deiner hiesigen Arbeit wegzunehmen!" brauste der Fabrikdirektor auf, ein grusinischer Ingenieur, der sich freiwillig auf das Sägewerk verpflichtet hatte. Sofort stürzte er ans Telefon und ließ sich mit der zuständigen Verwaltungsstelle verbinden. "Christophoroff, bis du das? Sag mal, wie kommst du eigentlich dazu, meinen Feldscher nach Wandysch zu schicken? Er erledigt seine Arbeit hier tadellos, es fällt mir. gar nicht ein, den Mann abzugeben ... Was erzählst du da? ... Wiederhole das noch einmal. Nein, das ist ja unmöglich!... Er wird in Freiheit gesetzt?" Er knallte den Telefonhörer auf die Gabel und schrie mich mit freudig erregter Stimme an: "Was machst du denn für Geschichten? Du sollst nicht nach Wandysch versetzt werden, sondern nach Moskau fahren, du bist frei!"

Die letzten Worte hörte ich nur wie im Traum. Mich überkam eine große Müdigkeit, meine Gedanken verwirrten sich, und als ich wieder zu Bewußtsein kam, bemühte sich der Direktor freudig und erregt um mich und massierte meine Brust und die Schläfen mit Schnee.

"Was machst du für Geschichten? Dich soll der Teufel holen", wiederholte er immer wieder, erleichtert und freudig.

"Du fährst nach Hause, du bist völlig frei. Deine Angelegenheit gilt als erledigt, das heißt, man hat erkannt, daß du unschuldig bist ... Vollständig rehabilitiert ..."

Ich bin also wieder frei. Meine Unschuld ist erwiesen.