Schade, daß bei den Londoner Beratungen über die zukünftige deutsche Handelsflotte die Russen nicht dabei waren! Wenn der Russe, linientreu, sein traditionelles "Njet" hervorstößt, stets sagen darin die Amerikaner, Engländer und Franzosen "Yes" und "Qui" und sind ein Herz und eine Seele. Jetzt aber, da sie allein, gelassen waren, welche Uneinigkeit über das deutsche Handelsschiff der Zukunft! – Die am weitesten von der deutschen Küste entfernt wohnen, die Amerikaner, hatten die wenigste Angst vor der Konkurrenz und sagten, das Schiff dürfte getrost ein bißchen schnell fahren; Zwölf Knoten Höchstgeschwindigkeit für das beladene Schiff – ganze zwölf Knoten! Die Briten und Franzosen, die uns näher wohnen, fürchteten das deutsche Tempo und sagten: Viel zu schnell! Zwölf Knoten soll das Schiff im ungeladenen Zustand leisten können. Sagten darauf die Amerikaner, für 50 Schiffe solle es weder eine Begrenzung der Tonnage (die eine Wasserverdrängung von 7200 Bruttoregistertonnen vorsieht) noch eine Geschwindigkeitsgrenze geben, so waren die Briten und Franzosen dagegen. Sie sagten zwar "No" und Non", aber was sie meinten, war: "Njet". Sie wollten nur zwölf Ausnahmen zulassen. – Kurzum, sie beschlossen, die "Debatte auf die Regierungsebene zu verlagern". Wer weiß, was werden wird. Aber soviel ist gewiß: Der "Ozeanriese", der uns in London beschert werden sollte, würde der Schrecken der Meere werden! Man stelle sich das Entsetzen vor, das die Besatzungen ausländischer Schiffe befallen müßte, begegneten sie einem solchen "Pott", der mit zwölf Knoten Höchstgeschwindigkeit die Weltmeere "pflügt" – und dies noch unbeladen – und schneckengleich sich vorwärtstastet, kein "Fliegender", ein "Kriechender Holländer", an den kein Richard Wagner eine Oper, nicht einmal ein Herms Niel einen Heldensang verschwenden würde, ein Gespensterschiff, dessen Hymne lautet: "Immer langsam voran, daß der Krähwinkler Landsturmmann mitkommen kann." M.