In Bonn wurde von der Bundesversammlung Professor Theodor Heuß als erster Präsident der Bundesrepublik Deutschland gewählt. Der Bundesrat ist zu seiner ersten Arbeitstagung Unter dem Vorsitz von Ministerpräsident Arnold zusammengetreten. Karl Arnold schloß die Sitzung mit der Bemerkung, daß die Behauptungen der bayerischen Presse über eine anti-bayerische Haltung des Bundesrates völlig unbegründet seien. "Der Bundesrat vertritt die Interessen aller Länder", sagte der Präsident. Als die erste Aufgabe der kommenden Bundesregierung bezeichnete der vermutliche Wirtschaftsminister Professor Dr. Erhard eine großangelegte Steuersenkung.

Die Stadt Frankfurt hat an sämtliche Abgeordneten in Bonn ein mit 36 Photographien ausgestattetes Weißbuch verteilt, in dem die Möglichkeiten zur Unterbringung der Bundesorgane in Frankfurt im einzelnen nachgewiesen wird. Ein im Bau befindlicher Plenarsaal könne ab Mitte Oktober benutzt werden.

Der SED-Vorsitzende Pieck bezeichnete den Zusammentritt der deutschen Bundesorgane als parlamentarische Komödie. Weder der westdeutsche Bundestag noch die von ihm gebildete Regierung seien deutsche Organe.

In der Sowjetzone werden – wie aus Kreisen des Volksrates verlautet – allgemeine Wahlen nicht vor dem 15. Dezember dieses Jahres stattfinden.

Verantwortliche Kreise in Berlin glauben an das Bestehen sowjetischer Pläne, eine ostdeutsche Regierung zu bilden und die Ostzone innerhalb von sechs Monaten in den Kreis der Kominformländer aufzunehmen.

In Berlin wurde, in Anwesenheit von deutschen und ausländischen Delegierten der Kongreß der VVN eröffnet. Auch in vielen Städten Westdeutschlands fanden Friedenskundgebungen und Gedenkstunden für die Opfer des Faschismus statt.

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