Viele alliierte Stellen haben seit langem eingesehen, daß das System der zentralen Lebensmitteleinfuhren für Deutschland beseitigt werden müsse. Nun hat ERP-Administrator Hoffman diese Ansicht ebenfalls vertreten. Auf seiner Pressekonferenz in Frankfurt führte er aus, daß nach Bildung der westdeutschen Regierung der Einkauf aller Lebensmittel im Ausland deutschen Stellen übertragen werden sollte. Als Vorbedingung nannte er jedoch die Mitgliedschaft Westdeutschlands bei der OEEC.

Sollte dieser erstrebenswerte Zustand in absehbarer Zeit erreicht werden, so dürfte eines Tages wohl die Ausschreibung nicht abgenommener JEIA-Einfuhren, wie sie jetzt den Importeuren der französischen Zone zugeleitet wurde, der Vergangenheit angehören. Es ist verständlich, daß die JEIA ihre Lager räumen will. Sie droht leider an, in Zukunft Einfuhrlizenzen für Waren dieser Art nicht zu bewilligen, ehe die vorhandenen Bestände abgenommen sind. Zu einem ähnlichen Schritt sah sich auch die JEIA in der Doppelzone veranlaßt. Hier umfassen die meist in Hamburg und Bremen lagernden Waren über Rosinen, Trockenmilch, Kokosfett, Saatgetreide, Seife, LKW-Reifen, Insulin, Glyzerin, Radio-Röhren, Leder, Lumpen, Zimmertüren, Strohgeflechte, Wismut, Kupfer, Zink und Impfstoff gegen Maul- und Klauenseuche zahlreiche Rohstoffe und Halbfabrikate, die die JEIA noch zu ihren inzwischen längst überholten Preisen dem freien Verkauf zuführt, wie jetzt in Hamburg, wo die nicht eßbaren Die und Fette im Werte von 47 Mill. DM von den Fachimporteuren auf eigene Rechnung übernommen wurden.

–zke.