Der Verkäufermarkt hat die Schweden nach dem Krieg so gelockt, daß sie ihre Krone aufwerteten. Dann kamen einige fehlgeschlagene planwirtschaftliche Experimente. Heute müssen sie ihren Import kontingentieren. Hierzu schließt man Handelsabkommen des überkommenen bilateralen Stils, die an sich eine Messe überflüssig machen. Denn, wenn bereits vorher bekannt ist, was ge- und verkauft werden darf – wozu dann noch die Fiktion eines internationalen Marktes, wie ihn die St. Eriksmesse doch darstellen. soll?

Wenn dennoch 79 westdeutsche Firmen 80 000 $ für die von ihnen belegte Ausstellungsfläche bezahlt haben, so ist ihr Optimismus zu loben, die bilateralen Schranken dennoch durchbrechen zu können. Diesen Optimismus haben die Schweden zudem dadurch genährt, daß über das bestehende Handelsabkommen hinaus noch 1 Mill. Skr. für das schwedisch-westdeutsche Geschäft auf der Messe freigegeben wurden. Mehr konnte folglich auch nicht von westdeutscher Seite verkauft werden. Kauflust bestand hinaus in erheblichem Maße. Was aber nützt der beste Wille, wenn die Devisen fehlen?

Günstiger stand sich die Ostzone. Nicht nur, da sie propagandistisch agiler war; ihr Abkommen mit Schweden schließt Kompensationsgeschäfte ein. Für 5 Mill. Skr. Aufträge konnte sie auf der St. Eriksmesse buchen. Triumphierend berichtet die Ostzone nun, daß die "Zeit der Erfolge" nach der Zeit des Mangels angebrochen sei. Legt man die bestehenden Handelsbedingungen mit Schweden zugrunde, so haben die mitteldeutschen Zeitungen zweifellos recht. Wird der Weltmarkt aber wieder freier werden – und es sieht so aus, als ob dies der Fall ist –, dann wäre im Schweden-Geschäft Westdeutschland wieder am Zuge. W–n.