Die Prager Herbstmesse feiert ihr fünfzigstes Jubiläum auf besondere Weise: es wurden inländische Privatunternehmer als Aussteller nicht mehr zugelassen. Wenn dieses Verbot auch nicht viele Werke treffen kann (denn man hat ja gründlich verstaatlicht), so ist es doch bezeichnend und irgendwie zweideutig. Fürchtet man denn noch den Vergleich mit dem kleinen Rest von Privatinitiative? So können also nur staatliche und genossenschaftliche Unternehmen aus dem eigenen Land vertreten sein. Und Exportwaren dürfen nur die 27 Monopolgesellschaften für das Auslandgeschäft zeigen: der Inlandkunde wird an die nationalen Verteilungsagenturen verwiesen.

Die volksdemokratischen Freunde sind selbstverständlich mit gesamtstaatlichen Ausstellungen vertreten, so Ungarn, Polen, Rumänien, Bulgarien; auch Albanien tut in Prag zum ersten Male mit. Groß und repräsentativ ist die sowjetische Schau geworden. Einzelfirmen sind aus der Schweiz, aus Frankreich, Großbritannien, Dänemark, Holland, Belgien, Finnland, Italien und Österreich vertreten. Die Prager Messe findet in diesem Jahr zur gleichen Zeit statt wie die Wiener Herbstmesse. Früher hatte man Nacheinander-Termine gesucht; das scheint wohl nicht mehr notwendig, da auch Kunden wie Lieferer nicht mehr in dem versöhnlichen Maße identisch sein werden, wie es früher der Fall war. B.