* aWir hatten uns in Nr. 27 mit den Methoden beschäftigt, die alliierte Behörden in vielen Fällen vor der Einreise vonAusländern nach Deutschland anzuwenden pflegen. Als Beispiel wählten wir Vorfälle, die sich in Schweden abspielten. Und wir waren schon in Versuchung zu glauben, daß in Zukunft derartige "Schwedische Klagen" überflüssig sein würden, als der US-Hochkommissar McCloy zur Frage nach der Aufhebung des Auslandsreiseverbots die hoffnungsvollen Worte prägte, die wir diesen Zeilen vorangestellt haben.

Unsere Hoffnungen waren leider verfrüht, wie wir einer Zuschrift aus der Schweiz entnehmen können. Dort ist, besonders für die in der Schweiz ansässigen Deutschen, eine wesentliche Verschlechterung eingetreten. Würden bisher die in der Schweiz domizilierten Deutschen, sofern es sich um Geschäftsreisen handelte, schweizerischen Bürgern oder sonstigen Ausländern gleichgestellt, so besteht jetzt überhaupt keine Möglichkeit für Geschäftsreisen vor; in der Schweiz ansässigen Deutschen nach Westdeutschland.

Allerdings traten Ende Juni neue Bestimmungen in Kraft, die den Anschein einer Vereinfachung erweckten. Denn nun konnte man in verhältnismäßig kurzer Zeit von der Schweiz ein Touristenvisum nach Deutschland erhalten. Für Deutsche galt diese Erleichterung aber nur wenige Tage. Sie wurde abgeschafft, und die alte, komplizierte Prozedur mit Bescheinigungen über Verwandtschaftsgrad und Gesundheitszustand der in Deutschland lebenden Verwandten und, unter anderen, Bescheinigung des Bürgermeisters wurden wieder eingeführt. Diese Prozedur nimmt Wochen und Monate in Anspruch. Das ist der Weg für nichtgeschäftliche Reisen. Und für geschäftliche Besuche fehlen in der Schweiz für dort lebende Deutsche leider die "regulations".

Dieser Zustand nimmt den in der Schweiz ansässigen Deutschen jede Möglichkeit, wie bisher seit Jahren üblich, für ihre Schweizer Firmen geschäftlich nach Deutschland zu reisen. Wir finden, daß die neuen Bestimmungen eine (gewiß ungewollte) Diskriminierung der in der Schweiz lebenden Deutschen mit sich bringen und von der verheißungsvollen Parole "Open the door" noch weit entfernt sind. ww.