DIE ZEIT

England wertet ab

Die große Überraschung der Pfundabwertung ist vorüber. Die Diskussion geht nicht mehr darüber, daß überhaupt abgewertet worden ist, sondern dreht sich ausschließlich um die Folgen – und daneben um die Frage, weshalb der Schnitt so unerwartet scharf ausgefallen ist.

Es gibt keine Flucht vor den Flüchtlingen

Das amerikanische Repräsentantenhaus hat einen Sonderausschuß nach Deutschland entsandt, der sich über die Lage der fteimatvertriebenen im Bundesgebiet unterrichten soll.

Friedlicher Stahl

Der Labour-Abgeordnete Hughes besitzt in hohem Maße die englische Gabe des common tense. Warum, so fragte er im Unterhaus, läßt man die zur Demontage bestimmten deutschen Stahlwerke nicht Stahlhäuser produzieren? Damit ließen sich Wohnungsnot und Arbeitslosigkeit gleichzeitig bekämpfen.

Rassenwahn in Offenbach

Jetzt ist es soweit, Deutschland hat seinen ersten großen antisemitischen Skandalfall seit 1945! In Offenbach hatte der Magistrat einen neuen Leiter für die Städtische Frauenklinik zu wählen.

Rote Frömmigkeit

In dem italienischen Orte Pozzuoli wurde unlängst von Kommunisten eine kirchliche Trauerfeier abgehalten. Da muß man wirklich fragen, was echt an ihnen war, die Frömmigkeit oder der Kommunismus.

Auftakt zur UNO-Tagung

In Lake Success bei New York ist die diesjährige Vollversammlung der 59 Vereinten Nationen eröffnet worden. Aber in den Räumen des State Departement in Washington wurde schon in den Tagen vorher in einem Maße Weltpolitik gemacht, wie es auch von der UNO kaum übertreffen werden kann.

Der Vizekanzler

Artikel 69 des Grundgesetzes stellt lediglich fest, daß der Bundeskanzler einen Bundesminister zu seinem Stellvertreter ernennt Der Artikel sagt nichts über dessen Stellung.

DIE WOCHE

Bundeskanzler Konrad Adenauer hat dem Bundestag sein Kabinett vorgestellt und eine Erklärung über sein Regierungsprogramm abgegeben.

Griechische Mädchen und ihre Königin

Dorothy Thompson, die meistgenannte amerikanische Journalistin, besuchte unlängst auf ihrer Europreise auch das Gebiet der Aufständischen-Kämpfe in Griechenland und berichtet hier über das Schicksal der Frauen und Mädchen, die von den Partisanen gezwungen wurden, in ihren Reihen zu kämpfen.

Oesterreich wählt

Österreich wählt am 9. Oktober sein zweites Nachkriegsparlament. Bei aller Spannung des Wahlkampfes rechnet man kaum mit umstürzenden Veränderungen.

Atlantische Defensive

Man muß den Sowjets wirklich dankbar sein, daß sie sich mit ihren herausfordernden Reden und Aktionen so erfolgreich zum Schrittmacher der westlichen Zusammenarbeit gemacht haben.

Deutscher Juristentag

Zum ersten Male seit seiner Auflösung im Jahre 1933 tagte der Deutsche Juristentag in Köln. Es war die 37. Jahreskonferenz seit seinem Bestehen.

Deutschland darf nicht isoliert bleiben

Wird es zweckmäßiger sein, die bescheidenen Anfänge einer künftigen deutschen Außenpolitik in die Hände von Berufsdiplomaten oder Von Wirtschaftlern zu legen? Diese Frage beschäftigt heute viele Menschen.

Musica sacra nova

Die Musik der Meister sieht Goethe als eine Brücke menschlicher Verständigung, die auf den beiden Grundpfeilern der musica sacra und der Volksmusik ruht.

Notizen

Der englische Dichter und Nobelpreisträger Thomas Stearns Eliot wird Ende Oktober in Hamburg vor der Joachim-Jungius-Gesellschaft über "Zeitgenössische Dramen sprechen.

Rajk gesteht alles

Die erstaunlichen Geständnisse, die der frühere Innen- und Außenminister Rajk und der frühere Generalstabschef des kommunistischen Ungarns vor Gericht abgelegt haben, erinnern aufs deutlichste an die großen Moskauer Schauprozesse des Jahres 1937, vor allem an den gegen den GPU-Chef Jagoda und gegen Marschall Tuchatschewski, Rajk behauptet in seinem Geständnis nicht weniger, als daß er seit 18 Jahren, seit er überhaupt mit dem Kommunismus in Berührung gekommen ist, ohne Unterbrechung Agent so ziemlich sämtlicher Nachrichtendienste, des ungarischen, zur Zeit Horthys vor allem, dann des französischen, des englischen, des amerikanischen, des jugoslawischen und sogar der Gestapo gewesen sei.

Schiff ohne Hafen

Im Mai 1939 irrte der deutsche Passagierdimpfer St. Louis wochenlang auf dem Meer umher, eh es gelang, die 900 jüdischen Emigranten aus Deutschland in Antwerpen an Land zu bringen.

Feste! Feste!

Als die Tausendjährigen das wehrlose deutsche Land mit einem engmaschigen Netz von Festen, Feiern und Staatsakten der "Kultur" überzogen, wurde gesagt: man redet immer am lautesten von dem, was man nicht hat.

Heimatkünder ohne Heimat

Zimmermannssohn war er gleich dem, dem er zeitlebens diente. Mit seinem vor etwa einem Vierteljahrhundert erschienenen Buch "Leben Jesu in Palästina, Schlesien und anderswo" schuf er, der katholische Priester und Theologieprofessor, ein Heimatbuch in doppeltem Sinne: ein Bekenntnis zum christlichen Himmelreich auf Erden – mit einer an Jakob Böhme gemahnenden mystischen Innigkeit formuliert – und ein Bekenntnis seiner Liebe und Treue zur Heimat Schlesien.

Ich kannte Hitlers Hund

Ich kannte Hitlers Hund und suche nun einen amerikanischen Verbindungsoffizier, der sich dieses Materials annimmt. Ich würde gern ein Buch oder wenigstens einen Tatsachenbericht über Hitlers Hund schreiben.

Marschbefehl für Wenzel

Nicht allen Rekruten, die man einberufen hatte, gefiel das Soldatenleben. Auch Filippus Wenzel, ein stämmiger, fast dicker Bursche mit blitzblauen Äuglein, fand wenig Freude daran.

Lebensdokumente im Buch

Gibt es schon ganz allgemein kaum eine anregendere und – absichtslos – belehrendere Lektüre als Biographien hervorragender Menschen, so kann ein noch lebhafteres Interesse sich nur den unmittelbaren, persönlichen Äußerungen solcher Erscheinungen zuwenden.

Höherer Pachtzins?

Die Diskussion über das landwirtschaftliche Pachtwesen reißt nicht ab: sie hat im Gegenteil, besonders in der Fachpresse, neuen Auftrieb gewonnen, seitdem der Deutsche Bauernverband durch seine "Bonner Richtlinien" eine Auflockerung der bisherigen Pachtpolitik zur Erörterung gestellt hat.

"Public Relations"

Wir hier im alten Europa stehen der spezifischen Form von Aktivität, die größere Unternehmen drüben in den USA unter dem Stichwort "public relations" zu entfalten pflegen, zumeist ein wenig hilflos – oder auch skeptisch – gegenüber.

Hamburg im Dienst an Pan-Europa

Anfang August wurde – wenigstens im Rohbau – der Sandtorquaihof im Hamburger Hafen fertiggestellt. Er wird dem Hamburger Kaffeehandel, der seit Anfang des Jahres wieder direkt und "per Firma" einkaufen kann, eine neue Arbeitsstätte, Raum für eine eigene Börse geben.

Rendsburger Bauerntag

Eine Fülle von Fahnen und Girlanden empfing in der vergangenen Woche in Rendsburg Tausende von Bauern aus ganz Schleswig-Holstein zum diesjährigen Landesbauerntag.

Macht Arbeit Freude?

So ist es: wenn der Deutsche erkennt, daß er arbeiten muß, am leben zu können, ist er erwachsen. Bei einem tritt diese Zäsur früher auf, beim anderen später.

Nach dem Examen...

Vor zehn Jahren noch, vor Ausbruch dieses Krieges, waren Studenten, wenn sie ihr Examen mit Erfolg hinter sich gebracht hatten, "heiratsfähig"; ob sie nun Ärzte, Assessoren oder Assistenten der Hochschulen geworden waren, sie hatten einen Beruf, in dem ihnen die Welt offen stand.

Premiere der Regierenden

Nanche Leute hatten etwas spitz gesagt: Bonn? Ach, ist das nicht die kleine Residenz mit Serenissimus und Kindermann? Ist das nicht das Städtchen am Rhein, wo sie noch die Kühe am Abend zur Tränke treiben und der Schwager Postillon sich fröhlich eins bläst, wenn er im leichten Trab mit seinen Rössern durchs Rheintal womöglich von Frankfurt – herunterkommt? So ähnlich, mit einem Quentchen Bosheit, füllte es die Spalten etlicher Journale, auch im Ausland.

Ärztliche Zentrale

Auf den Vorschlag der ärztlichen Berufsorganisationen, eine Bundeszentrale für die Medizinalverwaltung zu schaffen, haben alle politischen Parteien zustimmend geantwortet.

Elektronengeschosse gegen den Krebs

Auf der Tagung der Deutschen Röntgengesellschaft in Hamburg wurde auch von intensiverer Einwirkung auf Krebszellen durch Elektronenstrahlen berichtet, die mit dem Betatron erzeugt werden.

Mit den Zeiten ändern sich die Bäder

Am 25. und 26. September findet in Hamburg ein Kongreß um das Badewesen statt. Es beraten sich die Leiter der 600 Badeanstalten West- und Süddeutschlands, die Kurdirektoren und Bademeister, die führenden Angestellten der Heilbäder und die Vertreter von Firmen, die all das produzieren, was zum Bad gehört: angefangen mit technischen Einrichtungen bis zu Essenzen und Badesalzen.

+ Weitere Artikel anzeigen