Das deutsche Schlossermuseum zu Velbert im Rheinland erlebte seine Wiedereröffnung.

Es ist eine wirklich einzigartige Schau, eine Sammlung der Geschichte eines Stückes menschlicher Arbeit. Die Stadt Velbert, mitten im Herzen des Industriegebietes gelegen und seit Jahrzehnten Zentrum der Schloß- und Beschlagindustrie, war besonders berufen, eine solche nahezu lückenlose Übersicht zusammenzustellen. Mit besonderer Liebe ist die Abteilung ausgestaltet, die als besondere Anziehungspunkte die „Wönnemannschen Schmiede“ aus dem Niederbergischen und eine alte Eisengießerei enthält. Von dem Modell des assyrischen Holzschlosses um 3000 v. Chr. führt ein vielfältig verschlungener Weg durch alle Länder der alten und neuen Welt, über die einfachen und plumpen Schlüssel und Schlösser bis zu wahren Kunstwerken der Renaissance, des Barock, Rokoko oder Empire. Schlüssel in mehr als zehntausend Varianten kann man sehen. Heute haben sie der Maschine und ihrer Präzision Schönheit und Eigenart geopfert. Was wir aber durch die Technik gewonnen haben, zeigt ein Schlüssel, der nur zwölf Gramm wiegt. Mit ihm können alle Türen einer ganzen Fabrik, trotz tausender, verschieden schließender Schlösser, geöffnet werden. Und dieser Schlüssel würde genügen, um für unser Jahrhundert später in einem Museum Zeugnis abzulegen! S.K. Hardenberg