Bundespräsident Professor Theodor Heuss stattete Berlin in Begleitung des Ministers für gesamtdeutsche Fragen, Jakob Kaiser, einen zweitägigen Staatsbesuch ab. "Der Kampf um die deutsche Einheit wird hier in dieser Stadt durch die Kräfte der Demokratie entschieden werden", erklärte der Präsident vor 200 000 Berlinern.

In diplomatischen Kreisen Londons wurde die Ansicht vertreten, daß die Bundesrepublik Deutschland voraussichtlich im Laufe des kommenden Jahres aufgefordert werden wird, der Beratenden Versammlung des Europarates als nicht vollberechtigt es Mitglied beizutreten.

Der Vizekanzler der Deutschen Bundesrepublik und ERP-Minister, Dr. Franz Blücher, schlug im Namen der Bundesregierung in Paris vor, die USA sollten als Beitrag zur Verwirklichung eines wirtschaftlichen Gleichgewichts in Europa Goldbestände aus Fort Knox für einen europäischen Wahrungsstabilisierungsfonds zur Verfügung stellen.

Das britische Außenamt erklärte, Großbritannien habe die USA ersucht, eine "koordinierte und konsequente Demontagepolitik" in Westdeutschland zu verfolgen.

Die Stadt Bonn wurde von belgischen Besatzungstruppen geräumt. Es befinden sich jetzt nur noch solche alliierten Soldaten in der Stadt, die unmittelbar zu den Stäben der Hohen Kommissare gehören.

Ein Sprecher des britischen Außenministeriums betonte, daß in London die Vorbereitung eines separaten Friedensvertrages mit der Bundesrepublik Deutschland nicht erwogen werde. In offiziellen Kreisen halte man den Zeitpunkt für solche Vereinbarungen noch nicht für gekommen.

Die sowjetzonale Republik strebe nicht nach einem separaten Friedensvertrag mit der Sowjetunion, versicherte Ministerpräsident Grotewohl in Berlin.