durch seine ausgezeichneten Bucheinbände. Hier sieht man von ihm ein malerisch sehr freies Aquarell aus London.

Es sind audi wieder Gäste aus dem Ausland da, die früher der Hamburgischen Sezession angehört haben und die nadi 1933 in die Fremde gingen, weil für Are Kunst in Deutschland kein Platz mehr war. Rolf Nesch, über den neulich Ivo Hauptmann bei uns berichtet hat, hat aus Oslo eine Reihe seiner im Material aufreizend kostbaren, farbig omd formal erregenden (Blätter geschickt. Und Eduard Bargheer sandte aus Florenz Aquarelle, die sich immer stärker dem Abstrakten nähern, aber ihren romantischen Reiz nicht verloren haben.

Diese jungen und alten Gäste allein würden schon genügt haben, der Ausstellung eine lebendige Frische zu verleihen, aber auch von dem Stamm der Mitglieder ist keiner stehengeblieben, sie haben sich alle, zum Teil sehr sichtbar und stark, weiterentwickelt, so: Otto Rodewald zum Malerisch Aufgelösten, Ivo Hauptmann zu einer eindrucksvollen Strenge von Umriß, Komposition und Farbgebung, Emil Maetzel zu einer an Glasgemälde gemahnenden Transparenz der Farbe und Willy Titze zu einer sehr empfindsamen Lockerung von Farbe und Fonrn. Stark ins rein Abstrakte gehend und malerisch besonders reizvoll die Bilder von Arnold Fiedler, Herbert Spangenberg und Alexandra Povorina, Audi Fritz Kronenberg wendet sich in seinen geschmadkvollen Landschaftsbildern wieder stärker abstrakten Formen zu. Friedrich AJilers Hestermann hat leider nur ein einziges Bild, allerdings eine besonders schöne Landschaft, geschickt, und Wilhelm Haerlin das Porträt eines Arztes. Von Fritz Flinte endlich können wir sagen, daß dieser viel z wenig gewürdigte Meister mit der vereinfachenden Reife des Alters zu sehr eindrucksvollen Bildlösungen gelangt ist.

Ganz vorzüglich sind wieder die ausgestellten Bildhauerarbeiten: von Hans Ruhwoldt frei und sehr intensiv gestaltete Tierplastiken und der schöne Kopf eines Mädchens, von Edwin Scharff zwei meisterhafte Porträts, darunter das des Hamburger Bürgerschaftspräsidenten Adolf Schönfelder, und von Gerhart Marcks eine herrliche große Gruppe zweier Jünglinge. Karl Kluth, über dessen Rückkehr a us russischer Gefangenschaft wir uns alle sehr gefreut haben, hat ein farbig und formal sehr bedeutendes Mosaik geschickt, das noch aus den Jahren vor dem Kriege stammt. Wir wollen es als ein Versprechen auf zukünftige schöne Bilder nehmen. Martin Rabe