Amerikas Behörde für den Nadmcbtenverkehr hat alle Rundfunkgesellschaften aufgefordert, zur Förderung des Fernsehens in ihren Programmen einen Monat lang Versuche mit farbigen Fernsehsendungen zu machen. Später soll das Publikum um seine Meinung befragt werden.

Innerhalb von zwei Jahren ist das Fernsehen in den USA in das Stadium des "großen Geschäfts" getreten. Im März 1948 waren in zwölf Städten 22 Fernsehsender in Betrieb, im Dezember bereits 42. Weiteren 50 Sendern in 50 Städten ist die Baugenehmigung erteilt. Bis 1952 sollen 400 Fernsehsender in den USA in Betrieb sein.

Die Hochzeit der Prinzessin Elizabeth im November 1947 war das erste große Ereignis des Fernsehens. 30 Stunden nach den Londoner Feierlichkeiten konnten in den USA einige hunderttausend Menschen an Fernsehempfängern nachträglich "teilnehmen". Fast genau ein Jahr später wohnten etwa 10 Mill. Menschen der Präsidentschaftswahl und nahezu 20 Mill. dem Boxkampf Louis–Walcott durch Fernsehen bei. Die jüngste Industrie hat die Massen erobert.

Der Preis eines mittleren Empfängers konnte von etwa 1000 $ im Jahre 1946 jetzt auf 375 $ ermäßigt werden. Kleinapparate kosten nur 150 Der Wettbewerb ist scharf. Die Außenantenne fällt jetzt fort, die Bildfläche ist um 20 v. H. auf 45 cm Breite ohne Mehrkosten vergrößert. Weitere Verbesserungen und Verbilligungen werden laufend erfunden und verwirklicht. An der Produktion sind 31 Firmen der Radioindustrie mit monatlich 95 000 Apparaten beteiligt.

Die Programme bieten Theatergesellschaften, Kleinkunstensembles und einzelnen Schauspielern – vor allem auch Komikern und Artisten – die Möglichkeit, ihrer Kunst einen breiten Markt zu erschließen. Im Gegensatz zu früher können dabei jetzt Bild und Ton zugleich auf einen 16 inm-Film aufgenommen werden, wodurch die Kosten für die Aufnahme eines Halbstunden-Programms von 225 $ auf 60 $ gesenkt wurden. Die meisten Sportveranstaltungen, Interviews oder Reportagen bedienen sich dieser Technik gleicherweise wie die Vielzahl der Hersteller von Vergnügungs- und Unterhaltungsprogrammeen. Die Übertragung von Filmen erfordert nur einen Bruchteil der Kosten für die einer direkten Bühnenschau.

Alles beim Fernsehen ist großartig – auch die Verluste der Sendegesellschaften. Im Gegensatz zu den Erfolgen bei Publikum, Apparatebau und Programmherstellern steht der finanzielle Mißerfolg der Sender selbst, die ohne Ausnahme mit Verlust arbeiten. Der größte Fernsehsender – New York Broadcasting Co. mit sechs Stationen – beziffert seinen täglichen Verlust auf 13 000 kleinere Stationen erleiden Verluste von 10 000 $ bis 25 000 $ monatlich und werden voraussichtlich nicht in der Lage sein, ihr selbständiges Dasein aufrechtzuerhalten. Die Entstehung der Vielzahl von Sendern rührt von dem auf etwa 120 km Radius beschränkten Sendebereich her. Dieser Bereich kann jedoch durch Relaisanschluß der Sender untereinander vergrößert werden und umfaßt heute die Möglichkeit einer einzigen Sendung für das ganze Gebiet der USA und Kanadas.

Nach dem jetzt erfolgten Relaisanschluß der Oststaaten zu den Weststaaten der USA könnte ein einziges nationales Programm ein Auditorium von 12 Mill. Familien erreichen. Die Wahrscheinlichkeit spricht dafür, daß die Vielzahl selbständiger Sender sich zukünftig gebietsweise einigt, so daß sich dadurch die Sendekosten ermäßigen und die "Hörerzahl" wächst.