In Hamburg gab es bei Kriegsbeginn etwa 900 selbständige Fuhrunternehmer im Nahverkehr. Ihre Zahl hatte sich bis Kriegsende keineswegs vermindert. Der Hafen aber war tot, die Industrie nicht minder; gebaut wurde kaum. Auch die Trümmerräumung begann erst später. Man verdiente sein Geld mit Gelegenheitsfrachten.

Dann brauchte die Militärregierung plötzlich 1000 Lastwagen. Großzügig wurden neue Unternehmer konzessioniert. Im August 1949 hörte jedoch der Mil.Gov.-Einsatz auf; die 1000 warfen sich auf die "zivile" Fracht.

Nicht genug damit – zum Trümmerräumen wurden weitere 260 Nahverkehrslastwagen gebraucht. Auch hier wurden die Konzessionen großzügig erteilt. Jetzt gilt in der Trümmerräumung ein anderer Ausschreibungsmodus. Er läßt es zu, daß die einschlägigen Unternehmen größtenteils betriebseigene Kraftfahrzeuge benutzen. Die Fuhrunternehmer sitzen folglich ohne Ladung. Und Schwarzfahrten sind unmöglich.

Seitdem die Gewerbefreiheit eingeführt wurde, kamen noch weitere 1300 Neuzulassungen im Nahverkehr hinzu Insgesamt bewerben sich somit jetzt rund 3500 Lastwagenbesitzer um eine Fracht, die mit einem Drittel des Laderaums zu bewältigen wäre. Steuerstundungen, Auflösung der Versicherungen, keine Abschreibungen, Preisunterbietungen bis unter die bescheidenst kalkulierten Selbstkosten – das sind die Folgen. Die Straßenverkehrsgenossenschaft Nordwest gibt, um der Not zu steuern, in Verbindung mit der Handels- und Verkehrsbank Darlehen. Aber auch hier ist eine Grenze. Denn irgendwie müssen ja die kaufmännischen Gesichtspunkte bei der Kreditgewährung gewahrt bleiben.

Eingebrockt hat die Suppe der Staat. Er müßte sich mal äußern. W -n.