Zu dem Aufsatz in der Ausgabe vom 24. November, der unter der Überschrift "Strathus antwortet – Officiosus schweigt" erschienen ist, erhalten wir folgende Mitteilung des Bundesministers der Finanzen:

Es ist unrichtig, daß der Bundesminister der Finanzen dem Bundeskanzler für seine Regierungserklärung ein Konzept geliefert hat, in dem er "weit über das Gebiet des Lastenausgleichs und über seinen Ressortbereich hinausgreifend", eine Aufwertung auch der Kontokorrentgelder empfahl und in diesem Zusammenhang das verhängnisvolle Wort von dem "monetären Spielraum" (25 Milliarden) prägte, wobei er zwischen 8 und 16 Milliarden an Geldansprüchen "Wiederaufleben" lassen wollte.

Der Wortlaut der Regierungserklärung über die Frage der Altsparer ist folgender "Wenn durch diese Steuersenkung die Möglichkeit einer größeren Kapitalbildung geschaffen wird, so muß ein Anreiz gegeben werden, damit nicht der Konsum in unnötiger Weise gesteigert wird, sondern wirklich Kapital gebildet wird. Es ist notwendig, den Altsparern das Vertrauen zur staatlichen Gesetzgebung wiederzugeben. Es scheint mir das eine staatspolitische Forderung ersten Ranges zu sein. Die von den Alliierten erlassene Währungsreform enthält vermeidbare soziale Härten, insbesondere in der Behandlung der Altsparer aller Art. Die Frage, in welchem Umfange diese Mängel beseitigt werden können, bedarf einer beschleunigten Prüfung." Der Bundesminister der Finanzen hat daneben weder in Wort noch in Schrift eine Aufwertung der Kontokorrentgelder empfohlen noch das "verhängnisvolle Wort von dem monetären Spielraum (25 Milliarden) geprägt", oder angekündigt, daß er "zwischen 8 und 16 Milliarden an Geldansprüchen insgesamt wieder aufleben lassen wolle".

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Soweit also das Dementi des Bundesfinanzministers Dr. Schäffer. Es ist, in einem erstaunlichen Maße, rein formaler Natur. Dr. Schäffer verweist zunächst auf den Text der Regierungserklärung. Daß darin das Wort vom "monetären Spielraum" nicht enthalten war, ebensowenig wie irgendwelche Zahlenangabe über das Aufwertungserfordernis, ist uns natürlich bekannt. Wir haben dergleichen auch nie behauptet, sondern zwei gesonderte Feststellungen getroffen, nämlich

1. Daß Dr. Schäffer sein Konzept für die Regierungserklärung des Bundeskanzlers weder mit dem Wirtschaftsminister noch mit der Leitung der Zentralbank noch mit der eigenen Verwaltung abgestimmt habe;

2. Daß die Homburger Verwaltung auch völlig im unklaren über die weitergehenden Ideen ihres Ministers geblieben sei, nämlich in Sachen Aufwertung der Kontokorrentgelder, wobei also der Begriff des "monetären Spielraums" von 25 Md. und die Aufwertungsvorschläge mit einer Größenordnung zwischen 8 und 16 Md. eine Rolle gespielt haben.