Während wir in Deutschland uns freuen, daß unsere Eisenbahnen wieder Fensterscheiben haben und geheizt sind, daß wieder Licht in den Wagen brennt und es wieder Speise- und Schlafwagen gibt, wurden in der Weit Züge konstruiert und ausprobiert, wie wir sie noch nicht gesehen haben. Bequemlichkeit und Schnelligkeit wurden durch umwälzende Neuerungen gesteigert.

Das Neueste in den USA ist ein kürzlich erst eingeweihter "Aluminiumraupen-Zug", dessen Wagen völlig neue Maße aufweisen. Der Zug ist 75 v. H. leichter als die üblichen Eisenbahnzüge, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 160 bis 180 Stundenkilometer. Die Wagen des neuartigen Zuges aus Aluminium sind nur sechs Meter lang, gegen normalerweise 25,5 Meter. Sie sind nur am hinteren Ende mit zwei Rädern versehen, die gleichzeitig das Vorderteil des folgenden Wasens mittragen; dadurch wird dem Zuge eine größere Beweglichkeit gegeben, so daß er auch bei höchster Geschwindigkeit scharfe Kurven fahren kann, ohne ins Schleudern zu geraten.

In Italien wird man im Heiligen Jahr 1950 versuchsweise einen Radar-Zug einsetzen. Mit Hilfe eines Radargeräts soll genau wie bei blindfliegenden Flugzeugen dieser Zug durch drahtlose Kommandos von Station zu Station gelenkt werden. Auf der Strecke Mailand–Rom werden neue Schnelltriebwagen eingesetzt werden mit Gummirädern, drehbaren Einzelsesseln, Aussichtsplattformen, kleinen Salons, Radio, Rauchzimmer, Wintergarten, Kino und Bar. Sie werden jeweils zu einem Doppelwagen zusammengesetzt sein und einen eigenen Zug bilden.

In Frankreich wird bereits die Strecke Paris–Strasburg von einem gummibereiften Zug befahren. Da nicht nur die Räder mit einem dicken Hartgummibelag versehen sind, sondern auch die Federung auf Gummipolstern ruht, fährt der Zug verblüffend lautlos. Das Innere des Zuges entspricht einer komfortablen Wohnung mit breiten Sesseln und zahlreichen anderen Raffinessen. W. H.