Im laufenden Kartoffel-Wirtschaftsjahr wurden in Westdeutschland 10–12 Mill. t Kartoffel bewegt, die einen Wert von etwa 1,25 Mrd. DM darstellen. Diese Ziffern weisen sehr deutlich auf die Bedeutung der westdeutschen Kartoffelwirtschalt hin, deren Vertreter sich. am vergangenes Wochenende zu ihrer diesjährigen Arbeitstagung versammelten. Neben 500 deutsches Teilnehmern aus dem Kartoffelhandel, den land wirtschaftlichen Genossenschaften, den Verarbeitungsbetrieben und den Züchtern konnte! Exporteure, Importeure und Züchter aus Hof land, Belgien, Frankreich, der Schweiz, Italien Spanien, Dänemark und Norwegen begrüßt werden.

So herrschte also im Plenarsaal der Hamburger Bürgerschaft, wo das westdeutsche Kartoffel-Parlament auch diesmal tagte, eine betont internationale. Atmosphäre, die in dem Abschluß verschiedener Importgeschäfte ebenfalls zum Ausdruck kam. Grundsätzlich soll aber, wie der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft, Westermann; Hamburg, unterstrich, wegen der erheblicher Transportkosten, des Versandrisikos und nicht zuletzt aus Devisengründen der Import möglichst auf Spitzenmengen beschränkt bleiben und Westdeutschland seine Versorgung aus eigener Erzeugung sichern.

Hauptthema der Tagung waren die Erfahrungen, die der Kartoffelhandel in der Zeit des Übergangs von der Bewirtschaftung zur freien Marktwirtschaft machen konnte. Hier wandte man sich scharf gegen jede Absicht, der gerade wieder etwas natürlicher atmenden Wirtschaft etwa als Ersatz für das soeben abgelegte Korsett ein neues "Bewirtschaftungsleibchen" zu verpassen. Sehr eingehend befaßte sich das Hamburger Kartoffelparlament mit Züchtungsfragen. Ein Referat von Prof. Dr. Baade, Kiel, wandte sich den Problemen der Welternährungslage in Verbindung mit dem Marshall-Plan zu.