Es ist jetzt genau 100 Jahre her, als die Hütten in das Wald- und Heidegebiet zwischen Rhein und Ruhr einzogen und dem Landschaftsbild eine neue und für später die entscheidende Note gaben. Auf der Friedrich-Wilhelm-Hütte wurde 1849 der erste Koks-Hochofen im Ruhrgebiet in Betrieb genommen. Damit begann die machtvolle Entwicklung der eisenschaffenden Industrie. England kannte das Hüttenverfahren auf Koks schon 100 Jahre eher und hatte erstmalig 1735 Roheisen mit Koks allein erblasen. In Deutschland ist Oberschlesien, und zwar Gleiwitz, die Wiege der Koks-Hochöfen, wo man sie seit 1796 antraf; für 50 Jahre sicherte man sich hier einen Vorsprung in der Eisen- und Stahlgewinnung vor dem Ruhrgebiet.

Aber auch im Rheinland und Westfalen haben die Eisen- und Hüttenleute vor 100 Jahren nicht ohne Aufmerksamkeit die Entwicklung ihrer Industrie in den anderen Ländern und Revieren verfolgt. Die Gutehoffnungshütte in Oberhausen versuchte sich mit Koks im Hochofen schon in den Jahren der französischen Revolution. Doch es sollte noch eine Generation darüber vergehen, bis man zu brauchbaren Ergebnissen zu kommen schien. Auf der Friedrich-Alfred-Hütte von Krupp erprobte man in den Dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts die Verwendung von Koks im Hochofen, aber auch hier kam man nicht über Versuchsergebnisse hinaus.

Julius Römerheld war es, der auf der Friedrich-Wilhelm-Hütte als Leiter des Hochofenbetriebes mit Schmelzversuchen unter Verwendung von Koks 1847 begann, weil die wachsenden Kosten für Holzkohle ihn nicht mehr gegen belgisches Eisen konkurrieren ließen. Steinkohle und Koks aber waren billig. So ging er mit Energie an diese Arbeit heran. 1848 wurde nach erfolgreichen Versuchen der erste große Koks-Hochofen gebaut, ein Jahr später, konnte er. angeblasen werden.

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