wL 7er sich von unsern einschlägig interessierten Lesern für die Weihnatitsfeiertage eine besondere Freude aufsparen möchte, dm sei empfohlen, sich dann das kleine Buch von Schmalen bach vorzunehmen, das unter dem Titel "Der freien Wirtschaft zum Gedächtnis" kürzlich (im ,Westdeutschen Verlag", Köln und Öpläden erschienen ist. Es gibt eine Fülle von Anregungen, die mit viel Witz und Behagen, mit ineni guten Schoß Ironie, gelegentlich mit satirischer Schärfe Torgetragen werden. Das ist also ein ganz großartiges Buch! Da man es aber selber lesen sollte, ist über den Inhalt an dieser Steüe g nicht weiter zu sprechen. Nur auf einen Punkt wäre Bezug zu nehmen, und zwar ist auf die Erkenntnisse hinzuweisen, die sich aus dem letzten kleinen Werk des großen alten Mannes für die Bwrteilang der vorbereitenden gesetzgeberischen Arbeit auf dem Gebiete der Wettbewerbsordntmg gewinnen lassen.

Wir berichten, vorzugsweise referierendj an anderer Stelle des (erweiterten) "Wmschaftstei ks difis er. Ausgabe, nämlich auf Seite 10, unter :der Überschrift Josten — Riss< — Günther;", aber die Entwürfe zur sogenannten Antimonopoigesetz, also über die geplante Regelutg ;des Kartell- und Wettbewerbsrechts. Dort ist äbei delr Besprechung des "Wissenschaftlichen Gutachtens", bereits klargestellt, daß mit einem sokien Gesetz allein die Herstellung wirklich "freier" Wetcbewerbsverhältnisse gar nicht zu erzielen ist; es wäre hierfür vielmehr eine Fülle von "koordinierenden Maßnahmen" auf dera Gebiete der Finanzpolitik und des Gewerbe , Gesellschafts- und Patentrechts nötig: eigentlich ela völliger Umbau der Wlrtschaftsverfässung, in der von Räitow vorgeschlagenen Art etwa. Das ist die eine Seite der Sache, bei deren Betrachtung bereits deutlich wird, warum alle Vorschläge, durch ein Spezialgesetz einzugreife% unbefriedigend und "irgendwie lahm" wirken müssen. Die andere Seite wird deutlich, wenn ir uns der klassischen Mahnung des großen Wirtschaftstheoretikers v. Gottl OttilknWd eranern, wonach man nicht vom Wort, vom Begriff, vom Theorem oder Prinzip ausgehen solle, sondern "von einem im Sachzusammeiihaäig entwickelten Problem".

Versucht man, danach zu verfahren, sc wird sehr bald deutlich, daß der von unserm alten Lehrer Gottl gekennzeichnete Feiler her vorliegt: ein Prinzip soll in die praktische Wirklichkeit üibersrtzt ! werden, nämlich der Grundsatz der Ermoglichomg eines ffeien" Wettbewerb?, aif gleicher Ausgangsbasis für alle — aber der Sachzusimimenfeang des praktischen") Problems ist verlorengeganfen. Es fehlt also, mit anderen Wort p n, die klare Einsieht, weiche konkreten Mißstäade, hier trnd heute, eigentiicb- durch d s Gesetz ngesehränfet, besMti<rt, aus der Welt geschafft werden sollen; es fehlt eine hinziehende Motivierung des G<?setzs derart, daß klipp und klar gesagt wird: dies wird letztlich angestrebt, deshalb soll ienes äusfesohaltet werden, Denn daß die im Somiwr 1948 gegebene Zusage, cder H mittlerweile den Pefungsmächten p!über übernommene Verr>flichtuig, ein solches A nnrno"Opol r"!etz 711 et lissen, bereits eine hin , reichende siche Motivierung, darstelles 1 k%nn Kr n ia vohl kwfn behaupten! Wer Scmalenach pfen hat, dia w ird deutgeworden seia 4aß <der bewaßje Faden — 1)5.

der rote Faden ist es diesmal nicht, eher, der Ariadnefaden —, der uns durch die Problematik der Wettbewerbsregelung hindurch Seiten kann, in folgender Überlegung gegeben ist: wirtschaftlich gesehen soll der möglichst ungehindertes möglichst "offene" Wettbewerb dazu beitragen daß die Erzeugung von der echten Nachfrage her, über einen möglichst vollkommenen "echten Marktpreis, "gesteuert" wird, mit dem Erfolg einer möglichst umfassenden Versorgung zu Preisen, die an den Kosten (und zwar den Grenzkösten) orientiert sind. Das ist also eine ökonomische Forderung und keine soziale, wenn sie auch insofern sozial wertvoll ist, als sie zu stellt nun klar, daß für ein ganz große Anzahl von Waren und Dienstleistungen das bestimmende Moment des "echten" Marktpreises gar nicht zur Geltung kommen kann, weil eben der Marktmechanismas nicht befriedigend funktioniert. Darauf muß man also eingehen, wenn man ein "in sich" sinnvolle Regelung der Wettbewerbsverhältnisse anstrebt. Verquickung der wirtschaftlichen Zielsetzung mit sozialen oder sozialreformeriscben Ideen — letztlich mit dem Gedanken: der "Moaopolist" solle rächt zuviel verdienen dürfen" es müsse also für eine Einkommensnivellierung gesorgt werden. Das ist, wenn auch der Neidkomplex so stark vorherrscht, daß man ihm gelegentlich Konzessionen zu machen genötigt ist, wirtschaftlich gar nicht zu verantworten; wenn hier eine Einkommensnivellierung erzieh werden soll, muß sie anderweitig angestrebt werden, aber nicht mit den Mitteln eines Antimonopolgesetzes. Denn wiitschaftlich "richtig" ist >a doch, daß der Knapphcitspreis zur Geltung nd zur Wirkung kommt, daß vom Knappheitspreis also die Anregung zur Mehrerzeugurig und z zusätzlichen Investitionen ausgeht, mit deren- Hilfe allein, die noch vorhandenen Engpässe der Erzeugung aufzusprengen and zu erweitern sind. Da hilft, er fahrungsgemäß, eben kein PJanen und kein Lenken; da muß dte Funktion der Produktionslenkung in Kraft gesetzt werden, die im echten Marktpreis liegt : , Zum Schluß mag nodh daraaf hingewiesen sein, daß in der Spezialfrage der- Kartellpolitik gewöhnlich ein Punkt übersehen, wird: die Kenntnis der Havanna Charta ist nämlich bei uns offenbar unzulänglich. Immer wieder wird Kapitel V zxnert, mit Artikel 46 1, o der Katalog der unerwünschten", die Entwicklung der Produktion und des Handels (spezieB des internationalen Wettbewerbs) schädlich be€sin :flBSSndeir~ Kartellab reden wiedergegeben ist;. Bis zum Kapitel VI der Charta hat sieb offenbar kaum jemals ein deutscher Leser hindurchgefesen, wo es heißt, daß bei der Basiserzeugung — was also die Landwirtschaft angeht, den Bergbau und die Eisengewinnung — Abreden (auch internationaler Art) empfohlen werden, m die Märkte zu stabilisieren, PrassdiWanfaingn za mildern oder zu verhindern und, bei Wahrung der Verbraucherinteressen, den, Erzeugern einen angemessenen Ertrag" zu skheriu Das klingt fast sd >on so positiv wie die kürzliche Veröffentlicbtjng von Dr. Wagenführ im gewerkschaftKcben "Bwd A3? cfeö mäglkiieh Nutzen von Monepolea, Kartellen und; "a<sbren wirtschaftlichen Zusammenschlüssen"! ;, £, T t s