EMNID, das Bielefeld- Marktforsdiungsmtitut, hat" nunmehr zum viertenmal srit rief Geldneuordnung gefragt: "Auf welchem Gtbiet "der Lebenshaltung wünschen Si am dringendsten eine Besserung?" Die Antworten smd eindeutig, 43 7 v. H der Befragter), in denen alle Berafsgruppen und Einkommenschlchten ihrem Gericht gemäß vertreten sind, wünschen sich eine Besserung in der Bekleidung (August 1948: 30 v M , Juni 1949: 46 v. H ). 42 4 v. H wollen besere Wobnverhältnisse (Augusr 1948: 17 5 v. H, Juni 1949t 36 4 v. H ), In der Drirtglichkeitsska la ?on nur 9 5 v. H der Befragten stehen Ernähruigsi jrgen noch an erster Stelle (August 1948; 52 5 v. H, Juni 1949: 17 6 v. H ).

Will man eine erste Schlußfolgerung wa§en, so bietet sich die Überlegung an, ob nicht die Textilkonjunktur nachläßt — wenigstens soweit teure Ware, in Frage kommt; denn es zeigt seh, daß bei den Einkommerr über 300 DM der" dringliche Wunsch nach Bekleidung beträchtlich nachgelassen hat (weniger bei den Frauen, natttrlitli) Die Wohnunesnachfrage ist bei Bauern und Landarbeitern (32 bzw. 36 5 v. H ) relativ geri ig, Auf dem Lande ist demnach noch immer etvas Platz. Die gering- und festbesoldeten Rentner müssen ihr Kleidungs- und Wohmmgswünsche noch hinter Nahrungssorgen zurückstellen. Ilre Kaufkraft, besser ihr Kaufanspruch — denn gespart wird auch schon wieder bei den Rentnern — reicht hier noch kaum über die Befriedigung des Magens hinaus. Alle arideren städtischen Gruppen dagegen, die Angestellten. Arbeiter, Beamten, die " selbständige und freien Beruf, drängen nach besserer Wohnung. Die Nahrunjssorgen bei ihnen sind nur noch relativ gering. Symptomatisch erscheint dabei der heftig Wunsch zum "guten" Wohnea bei dea Sebständigen. Sie müssen folglich "etwas" Geld haHen.

Hier etwas nachzubohren, wäre ein dankbares Unterfangen, Eine Untersuchung über die Kaufkraftverteilung- ließe Rückschlüsse auf dis künftige Steuer ,Sozial- und Preis- (Produktions ) Politik zu. Wie wäre es. EM NID? Ansätze zu einer solchen Untersuchung bietet die Nachfrageentwicklung auf Einzelgebieten, wie EMNID es für Radiogeräte unternommen hat. Die Nachfrage ist dort groß, der Absatz folglich lebhaft. Und in den Monatsberichten der Notenbank wird jetzt ausgeführt, daß Möbel, Öfen und Nähmaschinen Konjunktur haben! Es ist also einmal eine veränderte KaufricKtung und zum Zweiten daher der Wille zum Kauf "gehobener Qualität festzustellen.

Konjunkturell fällt dabei die veränderte Kaufrichtung ins Gewicht. Die Dinge des täglichen Bedarfs sind nicht mehr" so gefragt; der "K un" iiacb ihnen hat nachgelassen. Jetzt wird im Haushalt wieder die Mor atsrechnu n g auf gemacht "diesen Monat ist der Gasherd dran, nächsten Monat die erste Abzahlung auf die Nähmaschine" — auch unter freiwilliger Seschneidung des täglichen Tabakkonsunis oder des Schnapses am Wochenende.

Strukturell gibt die Nachfrage nach der "gehobenen Qualität" (den Willen, nicht gerade das teuerste, aber keineswegs das billige Produkt zu kaufen) insoweit zum Nachdenken Anlaß, als die Kaufkraft Verteilung nicht unbedingt "sozial"zu sein scheint. Und wenn man "soziale Marktwirtschaft" auf seine Fahne geschrieben hat, muß man sich über die Kaufkraftverteilung und die hieraus ta folgernden, soziale! und produktionstechnischen Resultate im klaren sein . W n.