Aus Lissabon wird berichtet, daß das gegenwärtig im Bau befindliche Weißblechwerk bei Godivai, Leca de Baillio, etwa sechs Meilen nördlich von Oporto, spätestens im nächsten Frühjahr die Erzeugung aufnehmen wird. Die Maschinen werden von Frankreich geliefert. Die maximale Leistungsfähigkeit des neuen Werkes soll 2 Mill. Basiskisten im Jahre oder rund 80 v. H. des gegenwärtigen portugiesischen Weißblechbedarfs betragen. Wie verlautet, haben sich eine Anzahl portugiesischer Sardinenpackerfirmen finanziell an dem neuen Unternehmen beteiligt, in der Hoffnung, bei der Zuteilung von Weißblechen bevorzugt beliefert zu werden,

Dieses neue Projekt ist ein deutliches Zeichen der Reaktion auf die seit Kriegsende bestehende Weißblechknappheit. Portugal hat vor dem Krieg für seine Fischkonservenindustrie beträchtliche Mengen Weißblech einführen müssen, so im Jahre 1937 allein 27 515 lg/t. Nach dem ersten Weltkrieg war England der wichtigste Lieferant, wurde aber kurz vor Ausbruch des letzten Krieges teilweise von der deutschen und von der amerikanischen Industrie vom portugiesischen Markt verdrängt. So lieferte England 1931 noch 19 059 lg/t, 1938 jedoch nur noch 3016 lg/t. Die deutschen Weißblechausfuhren nach Portugal stiegen dagegen von 13 lg/t im Jahre 1927 auf 9611 lg/t im Jahre 1936. Die amerikanischen Ausfuhren nach Portugal blieben vor dem Krieg verhältnismäßig unbedeutend, konnten aber im Jahre 1937 immerhin 11 823 lg/t erreichen – Das Schwarzblech für das neue Werk wird voraussichtlich von Frankreich geliefert werden.

–n.