Bundeskanzler Dr. Adenauer wies in einem Interview, das er dem Londoner Observer gab, auf die Bedeutung der deutsch-englischen Beziehungen hin. Er forderte England auf, in einem Vereinigten Europa, eine führende Rolle zu übernehmen. Deutschland brauche Europa, sagte er, um der deutschen Jugend wieder ein Ideal zu geben. Dr. Adenauer sprach Außenminister Bevin seinen Dank aus, daß er einer Revision der Demontagepolitik zugestimmt und die Initiative zum Petersberg-Abkommen gegeben habe.

Der Generalsekretär der französischen Sozialistischen Partei, Guy Mollet, kritisierte in Hannover scharf die Außenpolitik der SPD. Es sei ganz unverständlich, warum die SPD gegen Maßnahmen opponiere, die für die Eingliederung Deutschlands in die Völkergemeinschaft notwendig seien. "Wir können es einfach nicht verstehn, warum die SPD sich dem Eintritt der deutschen Regierung in die Ruhrbehörde widersetzt."

"Schritt um Schritt haben wir den Deutschen die ihnen zustehende Verantwortung erneut in die Hand gegeben. Wir behalten nichtsdestoweniger unsere oberste Autorität als Besatzungsmacht", sagte der französische Außenminister Schuman vor dem Rat der Republik.

Außenminister Acheson kündigte an, daß Sachverständige der drei Westmächte im kommenden Jahr Besprechungen über die Möglichkeit einer Beendigung des Kriegszustandes mit Deutschland aufnehmen würden.

Die Demokratie in Deutschland sei gesichert, erklärte Bundespräsident Dr. Theodor Heuss in einem Interview mit Associated Preis.

Der CDU CDU-Bundestagsabgeordnete Anton Hubert erklärte, der Bundeskanzler könnte, wenn es sein müßte, auch ohne Parlament regieren. Er sei für die Politik in den nächsten vier Jahren allein verantwortlich.

Wie aus Rom verlautete, wird Bundeskanzler Dr. Adenauer bei einem geplanten Besuch in Rom im Dezember auch mit dem italienischen Ministerpräsidenten de Gasperi zusammentreffen. Man mißt in Rom der Begegnung eine erhebliche Bedeutung bei.