Seit Jahrtausenden ist der Schmuck in der Welt, um das Leben zu verschönen. Durch Jahrtausende gab es phantasievolle Goldschmiedemeister und Edelsteinschleifer, die die funkelnden und strahlenden Gebilde ersannen und schufen, die reichen Männer und schönen Damen zu schmücken. Seit eh und je aber gib es auch jene hübschep, liebreizenden Mädchen, die sich für jede nur erdenkliche Verfeinerung, für jeden Luxus geboren fühlen und ganz arm sind und unglücklich. "Denn Frauen haben keinen Sinn für Kasten und Rassen – ihnen bedeuten Schönheit, Anmut und Liebreiz dasselbe wie Herkunft und Familie. Ihre Hierarchie wird einzig durch angeborenen Takt, Instinkt für Eleganz und Geschmeidigkeit bestimmt, und diese sind es, die Mädchen aus dem Volke und Damen von Welt gleichmachen, so behauptet wenigstens Maupassant in seiner Novelle vom Schmuck. "Mathilde nannte weder schicke Kleider noch Juwelen ihr eigen, nichts, gar nichts. Und dabei sehnte sie sich nach nichts anderem; einzig dafür fühlt: sie sich geschaffen." Für eine einzige Ballnacht borgt sie sich ein Brillanthalsband, das sie verliert Sie muß sich eine Unsumme Geld leihen, um das Band durch eine gleiche Kette zu ersetzen. In zehn Jahren arbeitet sie sich müde und häßlich. Dann, als sie endlich das Geld abgezahlt hat, muß sie entdecken, daß das verlorene Brillanthalsband nur eine Imitation war ...

Echt oder imitiert, nicht jeder merkt den Unterschied. Und oft hat ein noch so bescheidenes Funkeln schon einen warmen Abglanz in einer armen Seele erzeugt. Nur Pessimisten in der Mitte dieses Jahrhunderts des Materialismus und der Veräußerlichung werden bezweifeln, daß auch der Traum vom Glanz positive Reaktionen und befruchtende Kräfte auslösen kann. Es haben mehr Menschen auf dieser Erde Glücksgefühle durch Illusionen als durch Gegenstände und Besitz. eka

Im Bild: Prezisiöse Hamburger Goldschmiedearbeiten, die vornehmlich für den Export geschaffen wurden und pariserischer Modephantasie und amerikanischem Geschmack entgegenkommen. Von oben nach unten: "Die Woge". Eine amerikanische Fachzeitschrift rühmte diesen Ring wegen seiner außergewöhnlichen Gestaltung in reicher Platinarbeit. Eine auf einer Rotgoldschale ruhende Perle wird von einer überschäumenden und brillantglitzernden Woge emporgespült, – "Surrealistischer Maskenring." Rotgoldwürfel mit einer Platinmaske und auf der Unterfläche aufgesehen astrologischen Symbolen. – Dieser Clip mit stilisierten Blättern aus Blaßgold und Brillantrippen kann auch an einer schlauchartigen dicken Goldkette als Halsschmuck getragen werden. Entwurf: Goldemann