Ostasien denkt anders". Der Inhalt hält mehr, als der Titel verspricht. Denn Lily Abegg, die langjährige Korrespondentin der "Frankfurter Zeitung" in Japan und China, hat hier nicht nur aufgezeichnet, daß, sondern auch wie anders Ostasien denkt –: dem Abendland diametral entgegengesetzt. Sie veranschaulicht das "kultur- und geistesgeschichtliche Phänomen Ostasien" an den Kleinigkeiten des Alltags so gut wie an den jahrtausendealten Lehren über den Kosmos und den Staat, die Religion und die Familie; ohne wissenschaftliche Abstraktionen, aber auch ohne gewagte journalistische Vergleiche – wie sie sie kürzlichin der Züricher "Weltwoche" zwischen Nehru und Tschiangkaischek zog. Das Ergebnis ist das, was sie als ihren Versuch bezeichnet. Eine Analyse des west-östlichen Gegensatzes. Und der europäische Leser, für den, wie LinYutang sagt, Fortschritte offenbar "mehr Neurasthenie und Aspirin bedeutet, mehr weich gewordene Gehirne und verhärtete Leben, mehr Spleene, Herzerweiterungen und zerrüttete Nerven", dieser Leser muß bedrückt die Enge seiner geistigen Vorstellungskraft erkennen. C. G. jung, der das Vorwort zu diesem glänzenden Buch schrieb, sah seiner Veröffentlichung "mit größter Spannung entgegen". Der Atlantis-Verlag, Zürich, hat ihm diesen Wunsch erfüllt. C. J.