Von F. Schwarz, London

Am 24. Dezember 1620 landeten die „Pilgerväter“ (religiös Verfolgte), die die eigentlichen Begründer von Englands amerikanischem Kolonialbesitz waren, an einer Stelle, die sie auf den Namen „Felsen von Plymouth“ tauften. Sie begannen, Bäume zu fällen und zu zersägen in der Absicht ein festes Lager aufzuschlagen. Doch gegen Abend hörten sie Geräusche von umherschleichenden Indianern. Es wurde Alarm geschlagen. Man griff zu den Musketen. Aber es ereignete sich nichts. Man hinterließ eine Wache an Land und kehrte aufs Schiff zurück. Am nächsten Tag war Weihnachten. Darüber schrieb William Bradford in seinem Tagebuch folgendes:

„An dem Tag, genannt Weihnachtstag, rief der Älteste alle zur Arbeit auf, wie gewöhnlich. Doch die meisten der neuen Mitglieder entschuldigten sich und sagten es sei gegen ihr Gewissen, an diesem Tage zu arbeiten. ‚Da ihr es zu einer Gewissensfrage gemacht habt‘, sagte der Älteste, ‚so will ich euch solange schonen bis ihr besser. unterrichtet seid.‘ Die übrigen mit sich hinwegführend ließ er sie stehen. Aber als sie um Mittag von ihrer Arbeit kamen, trafen sie die anderen beim Spiel, ganz ohne Scheu ... Da ging er hin und nahm ihr Gerät und sagte, es sei gegen sein Gewissen! daß sie spielten, während die anderen arbeiteten.“

Eine gute Strecke (1774)

Am 24. schossen wir nicht weniger als 76 Gänse, so daß die gesamte Mannschaft ein ausgezeichnetes Weihnachtsmahl hatte, bestehend aus gebratener und gekochter Gans, Gänsepastete und so weiter. Der Kapitän äußerte seine Dankbarkeit in folgenden Worten: „Hätte nicht die Vorsehung so fürsorglich eingegriffen, hätte unser Weihnachtsmahl aus gesalzenem Rind- und Schweinefleisch bestanden.“

(Das Leben und die Reisen des Kapitäns Cook.) Heiliger Abend (1841)

Heute ist Heiliger Abend, an dem ich so oft ungeduldig auf deine Schritte gewartet habe, die uns in den Raum vorausgingen, in dem unsere Geschenke lagen. Heute habe ich zwei meiner eigenen Kinder zu beschenken, die – sie wissen nicht warum – doch erfüllt sind mit glückseliger Bewunderung im Anblick des deutschen Weihnachtsbaumes und seiner strahlenden Lichter. (Prinz Albert an seinen Vater)