In dem Artikel unserer Ausgabe vom 5. Mai 1949 hatten wir unter der Überschrift „Schätze aus Galizien“ berichtet, gegen den Inhaber des Markenhauses Morgenbesser in Frankfurt/Main, Herrn Dr. Sigmund Morgenbesser, bestehe der Verdacht, daß er aus dem Postmuseum abhanden gekommene Briefmarken in einer in Frankfurt/Main abgehaltenen Briefmarkenauktion angeboten oder verkauft habe, daß er eine Postangestellte zu bestechen versucht habe und daß gegen ihn ein Rauschgiftverfahren schweben solle. Der Sachverhalt ist inzwischen von uns, der an dem Verbleib der Marken interessierten Postverwaltung und in einem gerichtlichen Verfahren eingehend untersucht worden, Dabei hat sich ergeben, daß weder gegen Herrn Dt. Morgenbesser jemals ein Rauschgiftverfahren geschwebt hat, noch daß er an einem Rauschgiftvergehen irgendwie beteiligt war.

Die Sichtung der in die Obhut des Bundespostministeriums übergegangenen Markensammlung des ehemaligen Reichspostministeriums hat zwar gezeigt, daß viele wertvolle Marken fehlen; indessen ist keinerlei Anhalt dafür vorhanden, daß abhanden gekommene Marken durch das Markenhaus Morgenbesser verkauft oder angeboten wurden. Bei den anfänglich als verdächtig erschienenen Marken konnte die einwandfreie Herkunft nachgewiesen werden. Das Verfahren gegen Herrn Dr. Morgenbesser wegen des Bestechungsversuches ist von der zuständigen amerikanischen Militärregierung eingestellt worden.

Wir freuen uns, mit der Postverwaltung unseren Lesern das Ergebnis dieser Erörterungen mitteilen zu können, bei denen Herr Dr. Morgenbesser völlig gerechtfertigt wurde.