DIE ZEIT

Drei Monate Bundestag

Der Bundestag ist nun etwas mehr als drei Monate an der Arbeit. In Ländern mit langer parlamentarischer Tradition mag ein solcher Zeitraum für eine wertende politische Bilanz ausreichen.

Falkenhausens Gefängnisrekord

Der einundsiebzigjährige General von Falkenhausen, ehemals Militärbefehlshaber von Belgien, ist seit fünfeinhalb Jahren ein Gefangener.

Das Schlagwort Mitbestimmungsrecht

Bei den Versuchen, mit der sozialen Frage in Deutschland fertig zu werden, scheint es unser Schicksal zu sein, daß wir früher oder später bei einem Schlagwort enden.

Grotewohl krank

Wer krank gemeldet wird, gilt als in Ungnade gefallen. Wer ein Staatsbegräbnis erhält, gilt als ermordet. Nichts ist bezeichnender für die totalitären Systeme, als daß ihre Würdenträger nicht mehr privat und unpolitisch erkranken und sterben können.

Die noch vermißt sind . . .

In vier Millionen deutscher Familien liegt ein Schatten der Trauer über diesen Festtagen der Weihnacht und des neuen Jahres.

Die Markensammlung des Postmuseums

In dem Artikel unserer Ausgabe vom 5. Mai 1949 hatten wir unter der Überschrift „Schätze aus Galizien“ berichtet, gegen den Inhaber des Markenhauses Morgenbesser in Frankfurt/Main, Herrn Dr.

Kolumbiens Ministerpräsident

Am 27. November wählte Kolumbien seinen neuen Staatspräsidenten Laureano Gomez, Über das Land war der Kriegszustand verhängt.

Warum trat Kennan zurück

m Juli 1947 erschien in der amerikanischen Vierteljahresschrift „Foreign Affäirs" unter der Überschrift „The Sources of Soviel Conduct" der Aufsatz eines Mr.

DIE WOCHE

Mit drei Schlägen eines silbernen Hammers öffnete Papst Pius XII. die Heilige Pforte der Peterskirche in Rom und leitete damit das Heilige Jahr 1950 ein.

Hauptmann Bortschow will alles sehen

Obwohl es im allgemeinen nicht üblich ist, in der Zeitung über das Zeitungmachen zu berichten, dürfte folgender Bericht den Rang eines Ausnahmefalles beanspruchen: Am Beispiel einer kleinen mecklenburgischen Zeitung schildert einer, der beteiligt war, was die Sowjets unter Pressefreiheit verstehen.

Tschian Kai Sheks bitteres Ende

Auf den ersten Blick könnte es scheinen, als sei bei diesem Ringen die Initiative ganz beim Kreml, als wäre der Kampf nur von ihm offensiv geführt worden.

Die Vereinigten Staaten von Indonesien

Dreihundertfünfzig Jahre holländischer Regierung sind in diesen Tagen zu Ende gegangen, und Indonesien ist ein selbständiger Staat und ein gleichberechtigter Partner mit dem ehemaligen Mutterland unter der gemeinsamen holländischen Krone geworden.

Bundesrepublik und Sowjetzonen-Staat

Am 14. August fanden in Westdeutschland die Wahlen zum ersten deutschen Bundestag statt. Nach seinem Zusammentritt wählten die Abgeordneten Professor Heuß zum Bundespräsidenten und Dr.

Ende eines großen Schauspielers

Wenige Wochen nach dem Tode Jacques VV Copeaus, des Erneuerers des französischen Theaters, verlieren die Schauspieler und die dramatischen Autoren Frankreichs mit Charles Dullin ihren besten Freund und das Publikum einen der beliebtesten Schauspieler.

Geburt der Amaryllis

Die Prozession, geführt von Akis, tritt aus dem Tempel heraus. Sechs Jünglinge tragen auf ihren Schultern eine mit einer prachtvollen aber leichten Decke verhüllte Bürde.

Der künstliche Mensch

Viele technische Errungenschaften sind Erfüllungen alter Träume, mit denen die Menschen schon lange gespielt haben. Im Zeitalter der künstlichen Befruchtung mag daher daran erinnert werden, daß mit dieser Neuerung erst eine Vorstufe erklommen ist auf der Leiter phantastischer Möglichkeiten, auf der Denker und Dichter dem Problem der künstlichen Herstellung eines lebendigen Menschen nachgestiegen sind.

Zum neuen Jahr

Wenn wir die Verwüstungen betrachten, welche die Zeit im Angesicht eines geliebten Menschen anrichtet, dann ermessen wir die Macht, mit der sie unser Dasein bestimmt – eine Macht, der wir nicht viel Rühmendes nachzusagen wissen.

Sportprognose eines Laien

Schon heute hat die Erfahrung erwiesen, daß die meisten Treffer im Fußball-Toto von Leuten erzielt werden, die sich für den Sport an sich durchaus nicht interessieren (also auch nicht hingehen), von seinen Regeln und Möglichkeiten gar keine Ahnung haben und sich daher, von irrigen Berechnungen oder Vorurteilen ungetrübt, ihrem bloßen Instinkt überlassen.

KURS AUF DIE JAHRTAUSENDWENDE

Was die nächsten 50 Jahre bringen werden, und was die Welt gesehen haben wird, wenn man das Jahr 2000 schreibt, läßt sich natürlich nicht mit Sicherheit voraussagen.

Die Schönheitskonkurrenz

In einer märkischen Stadt, auf deren ursprünglichen Namen ich mich nicht mehr besinnen kann, die heute jedoch auf den Anruf von Sstwnnskrpochulsk hört, in jener Stadt also fand die Schönheitskonkurrenz statt, und der Teufel ritt mich, an ihr teilzunehmen.

Die neue Weltuhr

Das Kunstuhrwerk, die neue Weltuhr, der hunderttausendjährige Zeitmesser ist laut einem Anschlag auf rosa Papier zu besichtigen.

Rom: Patentlösung

Um die Folgen, die die englische Maßnahme für Italien nach sich zog, in ihrem ganzen Ausmaß richtig beurteilen zu können, müssen wir uns die Ausgangslage vor der Verabreichung der bitteren Pille näher vor Augen halten: Die verwegenen finanziellen Verhältnisse nach dem Kriege konnten nur durch zwei Operationen geordnet werden.

Noch viel zu tun

Wenn „Die Zeit“ in dieser und in den folgenden Ausgaben davon berichtet, wie die Abwertungs-Medizin, die im September verabreicht wurde, gewirkt hat, so ist damit eigene lich nur ein einzelnes Problem – wenn auch das in seinen Auswirkungen aktuellste – angesprochen.

London: das Dilemma ist geblieben

Eine Währungsberichtigung im Zeichen der Vollbeschäftigung ist wohl zum ersten Male mit der Pfundabwertung vom September 1949 versucht worden.

Schweiz: mit Vorgabe

Schicken wir voraus, daß die Länder, welche um 30 v. H. abgewertet haben, nur ein Viertel des schweizerischen Auslandsmarktes darstellen, daß ein weiteres Viertel der schweizerischen Exporte nach Ländern geht, deren Abwertungssatz geringer ist, und die Hälfte nach Ländern, deren Währungen ihre Parität zum Schweizer Franken nicht geändert haben, so macht schon das deutlich genug, warum eine tiefgreifende Wirkung der Abwertungswelle auf die Schweiz nicht eingetreten ist.

Die Folgen für den Ostblock

Die Ostblockstaaten haben auf die Abwertungswelle mit stolzen und heftigen Reden geantwortet („so etwas haben wir nicht notwendig“); in Wirklichkeit haben sie ihre regulierten Exportpreise augenblicklich den neuen Wettbewerbsbedingungen angepaßt.

Schweden: noch alles in Fluß

Kein verantwortlicher Politiker in Stockholm äußert sich über Erfolg oder Mißerfolg der Abwertung vom September. Dazu sei es noch zu früh, meint man.

Neues von Börse und Büchermarkt

Die sieben westdeutschen Börsen waren 1949 in solcher Bewegung, daß ein geschlossener Überblick über die Meinungen, Tendenzen und Realitäten an ihnen willkommen ist.

Der halbe Weg

Axel Eggebrecht – Autor vieler Filmdrehbücher vor und während des Krieges – ist nach 1945 mit zeitsatirischen Hörspielen in den Vordergrund getreten: „Was wäre wenn.

Ein Halbjahrhundert in der Zukunftsbrille

Es ist nun einmal so, daß technische Neuerungen, insbesondere dann, wenn sie sich über fortschrittliche Verfahrensweisen in der Produktion wichtiger Gebrauchsgüter auswirken, sehr viel sinnfälliger in Erscheinung treten als die nicht minder bedeutsamen Errungenschaften, die aus einer Rationalisierung der Beziehungen zwischen dem Staat und seinen Bürgern resultieren.

Über die Höflichkeit

Wenn Höflichkeit Klugheit wäre, wie Schopenhauer meint, und Unhöflichkeit demnach Dummheit, dann müßte man wahrscheinlich mit einer forgesetzten Reduktion der Höflichkeit in der modernen Gesellschaft rechnen.

Der gedeckte Tisch

Nein, o njet, es mache keinen Unterschied, ob er den Tee aus dicken Bahnhofstassen trinke oder aus feinem Porzellan. Der russiche Offizier, der in Berlin-Dahlem oft Freunde besuchte, als der Verkehr mit der deutschen Bevölkerung schließlich erlaubt war (er war übrigens ein besonderer Verehrer der französischen Impressionisten), schüttelte erstaunt den Kopf darüber, daß er überhaupt gefragt worden war.

Die ideale Lösung

Mond) dreißig Millionen Erwerbslose hatte, schlug der verblüffende Gedanke durch, daß die Massen allein es seien, welche die Schuld an dem unwürdigen, jede Konjunktur unterhöhlenden Zustand trugen.

Mit Raumbussen zu den Industriestädten auf dem Mond

Kein Mensch kann wissen, welche Überraschungen uns die wissenschaftliche und technische Entwicklung bringen mag in der zweiten Hälfte eines Jahrhunderts, dessen erste Hälfte sich als eine der größten und reichsten Zeiten naturwissenschaftlicher Forschung erwiesen hat.

Unvernunft kann nie geheilt werden

Die Erfolge der modernen naturwissenschaftlichen Medizin des letzten halben Jahrhunderts sind nicht vom Himmel gefallen. Sie sind das Ergebnis der Anwendung eines ganz bestimmten Prinzips: die wissenschaftlichen Erkenntnisse, die Physik und Chemie während des 19.

Der Weisheit letzter Schuß

Aus dem Äther erreicht uns kurz vor Redaktionsschluß noch folgende Meldung, die angeblich aus dem Jahre 1985 stammt. Wir geben sie mit allem Vorbehalt wieder, da sie den grundsätzlichen Ausführungen des Präsidenten des Vereinigten Europas vom Jahre 2000, die wir auf Seite 10 veröffentlichen, auf eine Weise widerspricht, der nachzuforschen wir keine Zeit mehr haben.

Brief an ein Liebespaar von 1999

Ihr leben jungen Leute! Es ist offensichtlich, daß Ihr Euch heiß und innig liebt, und Ihr macht Euch auch keine Mühe mehr, es zu verbergen.

Omelette surprise

Unsere ehrwürdigen Vorfahren, die am Silvesterabend1900 zu Berlin über die „Linden“ spaziert sind und die heute von diesem Erlebnis mit einem milden, genießerischen Lächeln erzählen, erinnern sich, daß die Welt damals aus den Fugen war: Nicht zwar äußerlich, aber innerlich.

Volk ohne Frühstück

Seit einer Weile bemüht sich eine große italienische Marmeladen- und Konservenfabrik, durch einen Reklamefeldzug den Italienern das Frühstücken beizubringen.

Freizeit und Fragebogen

Wie verbringen Sie Ihre Freizeit am liebsten? fragte kürzlich die „Emnid“ (eine Art deutsches Gallup-Institut) die Leute in den Westzonen.

Zur Kenntnis genommen

Die Kognak-Dynastie. Aus Frankreich kam die Nachricht, daß Paul Martell gestorben ist. Er hat nichts mit Karl Martell zu tun, der im Jahre 732 durch seinen Sieg über die Araber bei Tours das Abendland rettete, sondern ist der Seniorchef der weit über Frankreichs Grenzen berühmten Kognak-Firma J.

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