-h-, Stockholm, Ende Dezember

Kein verantwortlicher Politiker in Stockholm äußert sich über Erfolg oder Mißerfolg der Abwertung vom September. Dazu sei es noch zu früh, meint man. Doch liegen die Probleme so offen, daß man sie wohl registrieren kann.

Welch gute Position hatte Schweden nach 1945! Seitdem setzt man sich dafür ein, alle Menschen gleich reich zu machen und erreichte, daß sie alle gleich arm wurden, soweit man in Schweden arm werden kann. Auch die Abwertung wird an dieser Tendenz zum „Wohlfahrtsstaat“ wenig ändern. Werden die Importe teurer, so steigen, wie es in den Arbeitsverträgen festgesetzt ist, mit den Lebenshaltungskosten die Löhne, damit die Kosten, womit sich wiederum die Ausfuhr verschlechtert. Schweden ist also nur in geringem Maße anpassungsfähig. Dennoch bemüht es sich, die Ausfuhr im allgemeinen zu steigern und den Export nach Dollarländern im besonderen. Hinzu kommt die Aufstellung schwedischer Freilisten, in denen vorgesehen ist, 60 v. H. des privaten Handels zu liberalisieren. Um mögliche Preissteigerungen nicht auf den Lebenshaltungskostenindex durchschlagen zu lassen, ist vorgesehen, im Haushalt einen Subventionsbetrag als Puffer einzuschieben. Nur bedeutet dies, daß nunmehr die Preissteigerungen indirekt, über die Steuer, abgefangen werden. Steuererhöhungen treffen jedoch in erster Linie diejenigen, die zu gesteigerter Produktivität beitragen können. Um es sehr grob zu sagen: die Katze beißt sich in den Schwanz.

In Regierungskreisen tröstet man sich damit; wie Finanzminister Sköld verlauten ließ, daß die Produktion in der Welt sich fortlaufend erhöhen werde, die Warenmengen folglich zunehmen, wodurch allgemein Preisherabsetzungen vorgenommen werden müßten. Somit werde, auf die Dauer gesehen, sich die Einfuhr trotz Abwertung nicht verteuern...