DIE ZEIT

Zur Kenntnis genommen

Taj Mahal – Kenner nannten es das schönste Denkmal der Erde; es soll jetzt auf Anordnung der indischen Regierung restauriert werden.

Bevin rührt sich

Wer geglaubt hat, England sei als Mitspieler auf der Weltbühne endgültig in den Schatten der USA getreten, hat sich getäuscht, Die bevorstehenden Wahlen beflügeln Bevins Schritte und treiben ihn zu ungewohnter außenpolitischer Aktivität.

Bonn kürzt Berlin

Am Ende der vergangenen Woche hat das Bundesfinanzministerium eine Mitteilung herausgegeben, die durchaus geeignet ist, alle politisch denkenden und interessierten Kreise Westdeutschlands ernsthaft zu beunruhigen.

Deutschlands Rechte an der Saar

Genau fünfzehn Jahre nach dem Saarplebiszit vom 13. Januar 1935 beginnen in Paris die Verhandlungen zwischen der saarländischen Regierung und dem französischen Außenministerium, deren Ziel es ist, dem Saargebiet eine politische Autonomie zu geben.

Mao wird salonfähig

Großbritannien hat mit der Anerkennung Mao Tse Tungs – vorausgesetzt, daß es nicht eine so unhöflich abweisende Antwort erhält wie Burma – einen „alten Freund lebendig begraben“, wie Tschiang Kai Schecks Botschafter in London sich ausdrückt.

Umkehr in Südamerika

Will man die politische Entwicklung in Südamerika während des Jahres 1949 auf eine Formel bringen – was immer nur in sehr begrenztem Umfange möglich ist – so könnte man vielleicht sagen, daß der Kommunismus zurückgegangen ist, der Nationalismus hingegen zugenommen hat.

Der Wafd an der Macht

Es war schon immer so in der ägyptischen Politik, daß man nur in der Opposition wirklich populär werden kann. Sobald der jeweilige Favorit der öffentlichen Meinung an die Regierung kommt und die zugkräftige anti-britische Kampagne gelegentlich zugunsten.

DIE WOCHE

President Truman ersuchte den amerikanischen Kongreß, die finanzielle Unterstützung der freien Völker der Welt und die Hilfe für die unentwickelten Länder fortzusetzen und den Staatshaushalt in Höhe von 42 439 Millionen Dollar zu billigen.

Donauwellen

In Regensburg kamen zur allgemeinen Oberraschung einige jugoslawische Donaukähne an, woraus hervorging, daß die Sowjetbehörden den Jugoslawen die Durchfahrt durch die österreichische Sowjetzone nach langer Sperre gestattet haben Für den deutsch-jugoslawischen Handelsverkehr, der gerade durch ein neues Abkommen (erheblich erweitert wurde ist das von großer Bedeutung.

Furcht vor Japan

A. B. Melbourne, im Januar Australiens Außenminister Spender hat in einer Rede, die er vor Beginn der Commonwealth-Konferenz von Colombo hielt, sich sehr positiv für eine Zusammenarbeit mit den USA ausgesprochen.

Kehl, die zweigeteilte Stadt

Seitdem ein Artillerieeinschlag den Turm der alten Kehler Kirche an der Westfront weit aufgerissen hat, ist das Geläut stumm, obwohl noch im Gebälk drei große Glocken hängen: „Glaube“, „Eintracht“ und „Liebe“.

,,Titoist“ Reimann

Der Kreml hat die Kommunistische Partei der Deutschen Bundesrepublik an die Kandare genommen. Eine seit anderthalb Jahren schwärende Krise ist! offen ausgebrochen.

Der dritte Mann

Der preisgekrönte englische Film „Der dritte Mann“ aus der Korda-Selznick-Produktion hatte jetzt in Berlin seine deutsche Erstaufführung und wird in der nächsten Zeit in weiteren 50 deutschen Filmtheatern von der Deutschen London Film gestartet.

Forschung braucht Geld

Beim Zusammenbruch 1945 war auch das wissenschaftliche Deutschland von der Welt abgeschnitten. Aber die Isolierung wurde schnell überwunden durch den persönlichen Kredit einiger großer deutscher Forscher.

Größe und Grenzen

Werner Krauß, so erzählt sein Freund Zuckmayer, würde am liebsten mit einer aufgesetzten Maske spielen, die das Gesicht verbirgt.

Neuer Steuerdruck in Frankreich

Eine der neuen Auflagen trifft die nichtverteilten Gewinne der Aktiengesellschaften, womit deren Selbstfinanzierungsmöglichkeiten empfindlich beschnitten und die Aktionäre für ihre Sparsamkeit bestraft werden –: siebzehn Milliarden, Eine andere von neun Milliarden läßt es die ohnehin schwer besteuerten privaten Transportunternehmen büßen, daß sie der im Defizit blühenden Staatseisenbahn Konkurrenz machen.

Notizen

Für seine Verdienste um den Wiederaufbau der Universitäts-Bücherei Frankfurt hat der akademische Senat der Hochschule dem Wiener Verleger Walter Krieg das Recht verliehen, sich als „Universitätsbuchhändler der Johann Wolfgang-Goethe-Universität“ zu bezeichnen.

SPD-Aufmarsch in Berlin

In Berlin fand in der ersten Januarwoche die erste diesjährige Vorstandssitzung der SPD statt. Daß die Partei zu dieser Tagung nach Berlin gegangen war, hatte den Wert einer Demonstration, Ein großer Teil der Beratungen war daher auch dem Problem Berlin und dem Problem Ostzone gewidmet.

Wallenstein – anders

Nachdem der Dreißigjährige Krieg in Berlin als späte Kulisse unseres Krieges durch Brechts „Mutter Courage“ und Zuckmayers „Barbara Blomberg“ im Hebbel-Theater abgeleuchtet worden war, machte sich Barlogs Steglitzer Schloßpark-Theater an die klassische Vorlage, Schillers „Wallenstein“.

Das Klavier

Als er aus dem amerikanischen Lager entlassen wurde, wo er drei Jahre als „Nazi“ gesessen hatte – in seiner kleinen sächsischen Heimat sollte er ein Parteiamt bekleidet haben –, konnte er wegen der Russen nicht nach Hause zu seiner Frau.

Dichter der Schwermut und der Vergänglichkeit

Dort, wo das schneeglänzende Hochgebirge über kahle baumlose Vorberge hinabsteigend in eine flach gehügelte Ebene ausläuft, liegt Salzburg mit seinen auf weiten Plätzen rinnenden Marmorbrunnen und hellen Kirchen.

Genie der Menschlichkeit

In unserer modernen Welt ist seit langem schon nichts so selten geworden wie Größe, die nur durch sich selbst, durch ihr bloßes Vorhandensein und ihr Beispiel auf ihre zeitliche und räumliche Umgebung einwirkt.

Siegt der Film über das Buch?

Dem Buch die Lebensfähigkeit rundweg abgestritten zu haben, ist das Verdienst einer Filmfachzeitschrift. Oder soll man’s Torheit nennen? „Lebensfähig ist nur ein Artikel, der ‚geht‘.

Das defekte Selbstbewußtsein

Ich sage es gleich zuvor; ich kenne keine menschlichen Äußerungen in deutscher Sprache heute, die so unerschrocken, so klug und so beteiligt wären wie die Äußerungen der deutschen, in New York lebenden Jüdin Hannah Arendt („Sechs Essays“, Verlag Lambert Schneider, Heidelberg).

Der geschenkte Gaul

Ist er gestohlen, der Gott der Kaufleute und der Diebe? So fragte ich mich, als ich beim ersten Rundgang in Hamburg nach dem Kriege an der Fassade des Klöpper-Hauses zwischen dem Doppelportal den leeren Sockel sah.

Mit verschiedenen Zungen

Seit über vier Jahren trägt Europa nun schon sein Nachkriegsgesicht. So ist die Schablone dieses Gesichtes: Politische Reminiszenz und Bitternis prägten die Stirnfalten, in den Augenschatten sitzt die Not, und allenfalls um den Mund herum geistern die Träume von einer besseren Zukunft.

Über den Rechtsstaat

China soll nun ein Rechtsstaat werden – dem Himmel sei Dank, endlich! Bald werde ich mich vor jeder Untat über das Risiko informieren können, um Vorteil und Nachteil abzuwägen; ich werde das Recht haben, einen gerissenes Anwalt zu mieten, ich werde meine Gläubiger mit einem Offenbarungseid abfinden dürfen und vom Vermögen der Frau ein neues Geschäft eröffnen.

„Ohne Abwertung“

Die Ostzone hat irgendeine währungspolitische Maßnahme zur Förderung ihrer Ausfuhr infolge ihrer völlig anderen Wirtschaftsverfassung nicht nötig.

Operation gelungen-Patient tot?

Nach wochenlanger Verzögerung ist die österreichische „Währungsanpassung“, wie diese Operation in Wien offiziell genannt wird, zustande gekommen.

Planung sinkt im Kurs

Es ist interessant zu beobachten, wie sich die europäischen Kurse seit der Abwertungswelle verhalten, und festzustellen, ob und inwieweit sich die Verhältnisse in Richtung auf das Ziel, das arbeitsteilige Weltwirtschaft bei konvertiblen Währungen heißt, entwickelt haben.

Ungünstige Symptome

Die Devalvation hat die diversen europäischen Währungen noch keinen Schritt einer Konvertierbarkeit näher gebracht. Und ebensowenig konnte sie die Hinderungsgründe einer europäischen Zusammenarbeit aus dem Wege räumen.

USA erzeugen 50 v.H. der Weltproduktion

Der Erfolg der Abwertungsrunde 1949 hängt weitgehend von der Prosperität der Vereinigten Staaten im Jahre 1950 ab. Nur ein genügend großer Nachfrage-Schwamm für Güter aller Art wird gleichzeitig die natürliche Expansion der amerikanischen Produktion und die zusätzlichen Einfuhren aufsaugen können, die beide ihre Käufer finden müssen.

Banken im größeren Rahmen

Als das System der deutschen Großbanken zerschlagen wurde, schrieb man in der amerikanischen Zone den 1. Januar 1947, in der britischen Zone den 1.

Das Team der Länderfinanzminister

Am 1. April 1950 wird sich das bisherige Schwergewicht der Länderfinanzen einschneidend verschieben. Was den Ländern bleibt ist in der Hauptsache die Einkommensteuer.

Doppelte Preise

Seinerzeit war die Pariser OEEC-Industriekonferenz, soweit man sich über die Kohle unterhielt, – wie eine Gerichtsverhandlung gegen die „Diskriminenten“ verlaufen.

Offensive gegen den Kraftwagen

Bundesverkehrsminister Dr. Seebohm sieht als seine wichtigste Aufgabe für 1950 an, die Verkehrsträger zu koordinieren. Hierbei wird man Strukturwandel und konjunkturelle Situation.

Neue Pläne für Fischer-Tropsch

Die Fischer-Tropsch-Anlagen in Wanne-Eickel und Castrop-Rauxel mußten, wie erinnerlich, auf Grund der Bestimmungen des Washingtoner Abkommens am 31.

Der Reeder wehrt sich öffentlich

Hans J. Isbrandtsen war nach diesem ernsten Zwischenfall überzeugt, daß er mit einem zukünftigen Schutz durch das State Department nur dann rechnen könne, wenn es gelänge, die amerikanische Öffentlichkeit zu mobilisieren.

Minen an der chinesischen Küste

Das ist der Zweifrontenkampf Hans J. Isbrandtsens für die Freiheit der amerikanischen Schiffahrt. Und am 1. Dezember lief die „Sir John Franklin“ aus Shanghai aus und erreichte ohne Zwischenfall die hohe See.

Juja, jetzt geht’s los

Die Kölner haben herausgefunden, daß ihre Stadt im Jahre 1950 neunzehnhundert Jahre alt wird. In Wirklichkeit ist sie zwar noch älter, denn auch vor Christi Geburt saßen an dieser Stelle des Rheines schon Leute.

Schießen auf sich selber

In Europa würde man die Kunst des Bogenschießens als Sport bezeichnen, als eine körperliche Übung, bei der es auf möglichst viele Treffer ankommt.

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