Von dem gereizten Ton, der meist bei Frörterungenüber die moderne bildende Kunst angeschlagen wird, war in dem Vortrag nichts zu spüren, den Emil Preetorius für die Hamburger Joachim-Jungius-Gesellschaft hielt („Weltbild und Weltgehalt: zur Lage der Kunst“) Es sprach ein Unparteiischer, ein bildender Künstler, der selbst kein „moderner“ ist, aber so souverän im Denken und Empfinden, daß ihn weder Neid noch Hochmut anwandeln, wenn er Bilder sieht, auf denen der an Photographie und Realismus Gewöhnte „nichts erkennen“ kann. Preetorius widersprach allen bösen Vorurteilen und sagte, die Entgegenständlichung sei nicht nur de facto ein gemeinsamer Grundzug aller der Zukunft zugewandten heutigen Kunst, sondern sogar de jure ein schlüssiges Resultat aus dem „unwiderruflichen Bruch der alten gläubigen Einheit von innen und außen“. In der älteren Kunst (bis zu Cézanne) hatte der Mensch das Vertrauen zum Augenbild, daß es ihm die Formen der Natur erschlösse, Dies Vertrauen ist hin, nicht durch Willkür der Maler, sondern durch die Fortschritte der Naturerkenntnis, die heute gerade das, was die Augen sehen, nicht mehr als Wirklichkeit gelten läßt und das für den Geist Faßbare von dem Sinnhaften streng trennt,

Von einzelnen Malern war nicht die Rede, auch nicht von einer ästhetischen Rechtfertigung, Unausgesprochen klang die Oberzeugung durch, daß das Ästhetische sich von selbst versteht, aber als Kategorie nicht hinlangt, um die Funktion der Kunst zu beschreiben: Bemächtigung der Welt durch die Einbildungskraft zu sein. Damit hing ein überraschend zutraulicher Ausblick zusammen, mit dem Preetorius schloß: Es könne sich sehr wohl, mutmaßte er, aus dem Schatz der Abstraktionen ein „neues primäres Sehen“ ergeben und damit ein neues Objekt abseits der früher fraglos hingenommenen Welt des Sinnfälligen, C. E. L.

Auf den Lehrstuhl für Psychologie an der Universität Hamburg wurde zum Sommersemester 1950 Professoi Dr. Curt Bondy berufen, Professor Bondy habilitierte sich in Hamburg und wanderte 1933 nach Amerika aus, wo er bis jetzt an der Universität in Richmond Psychologie lehrte,

Eine Bach-Festwoche veranstaltet die „Neus Bach-Gesellschaft“, deren Sitz Leipzig ist. Die Festtage werden vom 26. bis 30. Juli in Leipzig Stattfinden; während dieser Zeit sollen zwischen Göttinnen und Leipzig gute Verkehrsverbindungen hergestellt werden. Den Höhepunkt der Leipziger Feierlichkeiten wird die Überführung des Bach-Sarkophags aus der zerstörten Johanneskirche in die Thomaskirche, die Wirkungsstätte Bachs, bilden,