Schleswig-Holstein ist ein armes Land. Und es ist nur zu begreiflich, daß seitens der Landesregierung in Kiel alle Industriezweige, die realisierbare Exportchancen haben, eine starke Forderung erhalten. 1949 konnte Schlewig-Holstein Exportverträge im Werte von 20 Mill. $ ausführen. An ihnen ist die gewerbliche Wirtschaft mit 14,7 Mill. $ beteiligt. Die Dienstleistungen brachten 3,8 Mill. $ ein, während die Ernährungswirtschaft Exporte im Werte von 1,3 Mill. $ verzeichnen konnte. Auf dem Wege der Lohnveredelung nahm Schleswig-Holstein 40 000 $ ein. An den Exporterfolgen der Industrie Schleswig-Holsteins sind mit erheblichen Summen die Werftindustrie, die feinmechanische und optische Industrie, die Netzfabrikation und die Eisen- und Metallwaren-Fabrikation beteiligt.

Zu den maßgebenden Werken der schleswigholsteinischen Exportindustrie gehört die Ahlmann-Carlshütte in Rendsburg. Auf ihrem Produktionsprogramm stehen neben den Balduröfen und -Herden die Carola-Badewannen und zahlreiche Sanitäts-Gußerzeugnisse. Das jüngste Erzeugnis stellt ein nach modernsten Gesichtspunkten entwickelter Gasherd (drei Flammen und Backvorrichtung) dar, der auch für den Auslandsmarkt bestimmt ist. Rendsburger Badewannen waren im Ausland schon immer ein begehrter Artikel. Leider hat sich ihr Export, der im letzten Vorkriegsjahr 50 bis 60 v. H. der Produktion ausmachte, bisher nicht befriedigend entwickeln können. Er erreicht heute noch nicht ganz 10 v. H. der Erzeugung. Von den Auslandskunden ist besonders Frankreich ausgefallen Es hatte vor dem Kriege eine Vorliebe für schwarze Badewannen ...

Auch Belgien und Luxemburg, die früher aus Rendsburg sehr viele Badewannen bezogen, haben sich überwiegend auf britische Erzeugnisse umgestellt. Dagegen hat sich der Export nach Australien, nach Südafrika und nach der Schweiz recht günstig entwickelt. Langsam läuft auch der Export nach den skandinavischen Ländern wieder an. Und die Türkei bestellte sogar Öfen. Mit ganz besonderem Entgegenkommen wurde ein Auftrag behandelt, der kürzlich aus Jugoslawien eintraf, obwohl er nur über eine Badewanne lautete. Das Rätselraten, wer sich in Belgrad wohl diese Rendsburger Badewanne bestellt haben könnte, führte bisher weder bei der Werkleitung noch beim Wirtschaftsministerium von Schleswig-Holstein zu einer Lösung. Man einigte sich auf den Wunsch, diesem einsamen Exemplar recht bald weitere folgen lassen zu können.