Die klassische Lehre vom Standort einer Industrie hat August Friedrich Mouson wohl noch nicht gekannt. Sein Entschluß, in Frankfurt zu bleiben, wo er 1798 eine kleine Seifensiederei übernommen hatte, mag eher persönliche Gründe gehabt haben. Die Atmosphäre der alten Handels- und Handwerkerstadt hat sich aber doch sicherlich für sein Werk als günstig erwiesen: War es zunächst wichtig gewesen, von den Frankfurter Metzgern zu günstigen Bedingungen Unschlitt (wie der Rindertalg genannt wurde) als Rohstoff für die Seifenerzeugung zu erhalten, so brachten die Feste der napoleonischen Zeit einen willkommenen Bedarf an Illuminationskerzen. Als während der Regentschaft Dalbergs (1806 bis 1813) die einengenden Gewerbeordnungen aus dem Mittelalter beseitigt und die alten Stadtbefestigungen geschleift wurden, war auch für den Seifensieder die Möglichkeit zur Ausdehnung und Verlegung der Betriebsräte aus der drückenden Enge der Stadt hinaus vor die Tore auf ein eigenes Grundstück gegeben, bis 1880 – wiederum weiter hinaus – eine Übersiedlung auf das heutige Werkgelände am Bergweg, jetzt Mousonstraße, notwendig wurde.

Der Aufstieg der Firma hielt Schritt mit dem Aufblühen der Stadt – bis zum ersten Weltkrieg. Es war danach nicht leicht für Mouson, den Übergang aus der Kriegszeit, in der nur „KA-Seife“ mit verschwindend geringem Fettgehalt herzustellen erlaubt war, zu normalen wirtschaftlichen Verhältnissen zu finden. Dennoch hatte die Firma bald wieder den vollen Erfolg. So auch heute. Ungeachtet der Schäden des letzten Krieges wurde schon im Mai 1945 die Seifenherstellung wiederaufgenommen. Heute hat die Produktion wieder den friedensmäßigen Stand erreicht. Fast 800 Arbeitskräfte sind tätig, und das Zeichen der Postkutsche, aus alter Frankfurter Tradition zum Marken- und Warenzeichen gewachsen, bürgt für das Stammhaus und für die Stadt, in der es „zu Hause“ ist. Stae.